Derrick Edwardson
- Aktive Jahre
- 1957
- Modus Operandi
- VergewaltigungErwürgenStumpfe Gewalt
Vier Tage lang sucht die Polizei nach einem verschwundenen kleinen Mädchen aus dem Süden Londons, bis der Verdacht auf einen Nachbarn fällt, der selbst plötzlich untergetaucht ist. Was man in dessen Kellerverlies findet, macht aus einer Vermisstenanzeige einen der erschütterndsten Kindesmorde des britischen Nachkriegsjahrzehnts. Derrick Edwardson stellte sich der Polizei schließlich selbst.
Werdegang
Derrick Edwardson wurde 1926 geboren und arbeitete als Fabrikarbeiter im Londoner Stadtteil Upper Norwood. Er hatte bereits eine lange kriminelle Vorgeschichte, darunter eine Verurteilung wegen unzüchtiger Handlungen, und lebte nicht weit entfernt von der Familie seines späteren Opfers in einer Erdgeschosswohnung.
Die Tat
Am 31. August 1957 verschwand die vierjährige Edwina Marguerita Taylor aus ihrem Elternhaus in der St Aubyn’s Road in Upper Norwood. Die Polizei suchte tagelang nach dem Kind, ohne eine Spur zu finden. Erst als auch Derrick Edwardson kurz nach dem Verschwinden nicht mehr auffindbar war, verband man die beiden Ereignisse und durchsuchte seine Wohnung. Im Kohlenkeller fand man die erwürgte Leiche des Mädchens, sie war sexuell missbraucht und im Gesicht geschlagen worden.
Geständnis und Festnahme
In seinem Spind am Arbeitsplatz entdeckte die Polizei einen Zettel, auf dem Derrick Edwardson die Tat gestand. Kurz darauf stellte er sich den Behörden und bestätigte sein Geständnis: Er habe das Kind mit Süßigkeiten in seine Wohnung gelockt, um es sexuell zu missbrauchen, und habe es eigentlich anschließend wieder nach Hause bringen wollen. Stattdessen schlug er es mit einer Axt bewusstlos und erwürgte es dann versehentlich, während er versuchte, es wiederzubeleben. Am 9. September 1957 wurde er den Behörden im Rathaus von Croydon vorgeführt.
Prozess
Vor dem Gericht des Old Bailey bekannte sich Derrick Edwardson am 25. Oktober 1957 des Mordes schuldig. Das Gericht verurteilte ihn zu lebenslanger Haft.
Nachwirkungen
Der Fall verstärkte in Großbritannien Ende der 1950er Jahre die öffentliche Debatte um den Schutz von Kindern vor Sexualstraftätern und die Frage, wie solche Rückfalltäter frühzeitig erkannt werden könnten, schließlich hatte Derrick Edwardson bereits vor der Tat eine einschlägige Vorstrafe. Über sein weiteres Schicksal in Haft ist nichts überliefert.