Dennis Rader
- Serienmörder — Wichita , USA
- Aktive Jahre
- 1974–1991
Eine Diskette, die Dennis Lynn Rader selbst an einen Fernsehsender schickte, enthielt gelöschte Metadaten mit seinem Vornamen und seiner Kirche. Der FBI-Rückblick zur Ermittlung beschreibt, wie diese Spur 2005 eine Suche nach dem seit 1974 aktiven „BTK” beendete. Vor Gericht bekannte er sich zu zehn Morden.
Werdegang
Er war der älteste von vier Söhnen einer Familie aus Pittsburg, diente von 1966 bis 1970 als Unteroffizier bei der US Air Force und war unter anderem in der Türkei, Griechenland, Südkorea und Japan stationiert. Nach seiner Rückkehr schloss er ein Studium der Elektrotechnik und später der Verwaltungsjustiz ab. Von 1974 bis 1988 arbeitete er als Alarmanlagen-Installateur bei ADT Security Services, ironischerweise oft in denselben Vierteln, in denen er später mordete, ab 1991 als Sachbearbeiter für Ordnungsangelegenheiten in Park City. Er war verheiratet, hatte zwei Kinder und engagierte sich jahrzehntelang in seiner lutherischen Kirchengemeinde, zuletzt als Vorsitzender des Kirchenrats, ohne dass Familie oder Gemeinde etwas von seinen Taten ahnten.
Taten
Am 15. Januar 1974 tötete er in Wichita vier Mitglieder der Familie Otero: Joseph Otero (38) und seine Frau Julia (33) sowie ihre Kinder Josephine (11) und Joseph junior (9). Er drang in deren Haus ein, fesselte die Familie und erstickte oder erwürgte die Opfer. Es folgten:
- Kathryn Bright (21), erstochen am 4. April 1974
- Shirley Vian (24), erwürgt am 17. März 1977
- Nancy Fox (25), erwürgt am 8. Dezember 1977
- Marine Hedge (53), erwürgt am 27. April 1985
- Vicki Wegerle (28), erwürgt am 16. September 1986
- Dolores Davis (62), erwürgt am 19. Januar 1991
Zwischen den Taten lagen teils Jahre, in denen er unauffällig als Familienvater und Kirchenmitglied lebte. Nach dem Mord an Nancy Fox 1977 begann er, in Briefen an Zeitungen und Fernsehsender detailliert über die Morde zu berichten und öffentliche Aufmerksamkeit für sich als Täter einzufordern, unter anderem in einem Brief von 1978 mit der Frage, wie viele Menschen er noch töten müsse, bevor sein Name in der Zeitung erscheine.
Die lange Pause
Nach 1979 verstummte er öffentlich für rund 25 Jahre, tötete jedoch noch 1985, 1986 und 1991 weitere Opfer, ohne sich dazu zu bekennen. In dieser Zeit fertigte er heimlich Fotografien seiner Taten und Selbstporträts an und beging zahlreiche Einbrüche, bei denen er vor allem Unterwäsche seiner potenziellen Opfer entwendete.
Wiederaufnahme der Kommunikation und Festnahme
Im März 2004 schickte er der Wichita Eagle einen Brief mit Fotos vom Tatort des Wegerle-Mordes, das erste eindeutige Zeichen, dass dieser Fall zu seiner Serie gehörte. In den folgenden Monaten folgten weitere Pakete und Briefe, bis er im Februar 2005 eine Diskette an einen Fernsehsender schickte. Die Ermittler fanden darauf gelöschte Metadaten mit dem Namen „Christ Lutheran Church” und identifizierten ihn über seine Rolle als Kirchenratsvorsitzender. Ein DNA-Abgleich mit einer Probe seiner Tochter bestätigte den Verdacht. Am 25. Februar 2005 wurde er in der Nähe seines Hauses in Park City festgenommen.
Prozess
Am 27. Juni 2005 bekannte er sich in allen zehn Anklagepunkten für schuldig und schilderte die Morde im Detail als „Projekte”, ohne sich bei den Angehörigen der Opfer zu entschuldigen. Am 18. August 2005 verurteilte ihn das Gericht zu zehn aufeinanderfolgenden lebenslangen Haftstrafen mit einer Mindestverbüßungszeit von 175 Jahren.
Nachwirkungen
Er sitzt seither in Einzelhaft in der El Dorado Correctional Facility in Kansas ein. Der Fall gilt als einer der bekanntesten amerikanischen Serienmordfälle überhaupt, nicht zuletzt wegen seines jahrzehntelangen, öffentlichkeitswirksamen Kontakts mit Polizei und Presse, der ihm letztlich zum Verhängnis wurde.
Welche Rolle das Kriminalprofiling bei der Aufklärung dieses Falls tatsächlich spielte, ordnet der Beitrag Profiling und Zufall bei der Festnahme ein.