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Denise Labbé

Historische Ansicht des Justizpalasts in Rennes, wo ein Nebenverfahren gegen Denise Labbé geführt wurde
Anonymer Fotograf, via Wikimedia Commons · Public Domain
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Opfer
TotschlägerVendôme , Frankreich
Aktive Jahre
1954
Modus Operandi
Ertränken

Denise Labbé wurde am 17. März 1926 geboren. Am 8. November 1954 ertränkte sie in Vendôme ihre zweieinhalbjährige Tochter Catherine. Als Motiv nannte sie den zerstörerischen Einfluss ihres Geliebten Jacques Algarron, der nach ihrer Aussage den Tod des Kindes als äußersten Liebesbeweis verlangt hatte.

Beziehung zu Jacques Algarron

Denise lernte den jungen Offizier 1954 in Rennes kennen. Jacques war ein begeisterter Leser Friedrich Nietzsches und inszenierte sich nach zeitgenössischen Berichten als überlegener Mann, dem gewöhnliche Moralregeln nicht galten. Er verlangte von Denise Unterwerfung und setzte sie wechselnden Demütigungen aus. Dazu soll die Forderung gehört haben, Beziehungen zu anderen Männern einzugehen und anschließend um seine Vergebung zu bitten.

Nach ihrer späteren Aussage steigerte Jacques diese Prüfungen bis zu der Forderung, sie müsse ihre Tochter opfern. Er bestritt, einen solchen Auftrag erteilt zu haben. Briefe und Notizen belegten eine stark manipulative Beziehung, beantworteten aber nicht eindeutig, welche konkrete Rolle er beim Mord spielte.

Mehrere Versuche und die Tat

Denise versuchte nach ihrem Geständnis mehrfach, Catherine zu töten. Sie erwog einen Sturz aus dem Fenster und brachte das Kind an Gewässer. Bei Versuchen an einem Kanal in Rennes, am Fluss Orge und an einem Brunnen griffen Passanten oder Anwohner rechtzeitig ein. Die Vorfälle wurden zunächst für Unfälle gehalten.

Am 8. November 1954 war Denise in Vendôme allein mit ihrer Tochter. Sie setzte Catherine in einen großen Waschkessel mit Wasser und hielt das Kind unter die Oberfläche, bis es starb. Die Mutter gestand sowohl den Mord als auch die vorangegangenen Versuche.

Ermittlungen und Prozesse

Die Ermittler prüften, ob Jacques Algarron als Anstifter oder Komplize verantwortlich war. Wiederholte Gegenüberstellungen machten die widersprüchlichen Aussagen des Paares öffentlich. Jacques wies jede Verantwortung zurück und bezeichnete Denise als verrückt. Sie blieb bei der Darstellung, aus Gehorsam gegenüber ihrem Geliebten gehandelt zu haben.

Ein Nebenverfahren wegen eines Schwangerschaftsabbruchs wurde 1955 in Rennes geführt. Der Mordprozess fand vor dem zuständigen Schwurgericht des Départements Loir-et-Cher statt. 1956 wurde Denise Labbé zu lebenslanger Haft verurteilt. Auch Jacques stand wegen seiner möglichen Beteiligung vor Gericht, die juristische Bewertung seiner Rolle blieb jedoch deutlich umstrittener als die Täterschaft der Mutter.

Nachwirkungen

Der Fall wurde in Frankreich zum Sinnbild psychischer Abhängigkeit in einer destruktiven Beziehung. Zeitgenössische Berichte suchten einfache Erklärungen in Nietzsches Philosophie, sexueller Hörigkeit oder angeblicher Geisteskrankheit. Keine dieser Deutungen nimmt Denise die Verantwortung für den Tod ihrer Tochter ab. Zugleich zeigt der Fall, wie Manipulation, Machtgefälle und die persönliche Entscheidung zur Tat ineinandergreifen können.

Über ihr späteres Leben und ein mögliches Entlassungsdatum sind keine verlässlichen öffentlich zugänglichen Angaben bekannt. Ihr heutiger Status bleibt deshalb offen.