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Dean Carter

Dean Carter, Aufnahme des kalifornischen Justizvollzugs, 2007
California Department of Corrections and Rehabilitation, via Wikimedia Commons · Public Domain
4
Opfer
inhaftiert
SerienmörderLos Angeles , USA
Aktive Jahre
1984
Modus Operandi
EinbruchErwürgen

Ein Streifenbeamter stoppte am 17. April 1984 in Arizona einen gestohlenen Wagen. Darin saß Dean Phillip Carter, im Fahrzeug lagen Gegenstände mehrerer Frauen, die kurz zuvor in Kalifornien angegriffen oder getötet worden waren. Neben den Entscheidungen des California Supreme Court fasst das Bundesberufungsgericht des neunten Bezirks die vier Mordschuldsprüche, einen überlebten Angriff und einen fünften, nicht angeklagten Todesfall zusammen.

Werdegang

Dean Phillip Carter kam am 30. August 1955 in Nome im US-Bundesstaat Alaska zur Welt, als unehelicher Sohn einer Frau mit indigenen Wurzeln. Seinen leiblichen Vater kannte er nicht, er wuchs in wechselnden Pflegeverhältnissen auf. Bereits mit zwölf Jahren fiel er durch Einbrüche und Autodiebstähle auf und geriet in die Jugendfürsorge. Als Erwachsener saß er unter anderem wegen Autodiebstahls in Oregon und wegen Einbruchs in Alaska ein, später kamen Verurteilungen wegen Vergewaltigung hinzu. Zwischenzeitlich arbeitete er als Kameramann für einen Fernsehsender in Anchorage und freiberuflich in Seattle. Anfang der 1980er-Jahre zog er nach Kalifornien, wo er Kontakte in Bars und Restaurants knüpfte, bevor er wenig später zum Serientäter wurde.

Kriminelle Aktivitäten

Innerhalb von rund drei Wochen im März und April 1984 beging er mehrere Überfälle auf Frauen, die er zuvor in gesellschaftlichen Situationen kennengelernt hatte oder denen er in ihren Wohnungen auflauerte. Er drang gewaltsam in ihre Wohnungen ein, bedrohte sie mit einem Messer, fesselte und vergewaltigte mehrere von ihnen und erwürgte sie anschließend. Leichen versteckte er teilweise in Wandschränken, zudem raubte er Wertsachen und in mehreren Fällen auch die Fahrzeuge der Opfer.

Namentlich bekannte Opfer (chronologisch):

  1. Susan Knoll (33), erwürgt am 10. oder 11. April 1984 in ihrer Wohnung in Culver City bei Los Angeles
  2. Jillette Mills (25), Mitbewohnerin von Knoll, ebenfalls erwürgt und vergewaltigt, gleicher Tatort und Zeitraum wie Knoll, beide Leichen wurden am 12. April 1984 in einem Wandschrank gefunden
  3. Bonnie Guthrie (24), erwürgt und vergewaltigt am 11. April 1984 in West Los Angeles
  4. Tok Chum Kim (Anfang 40er, Quellen nennen 37 oder 38 Jahre), Leiche am 13. April 1984 im Raum Oakland entdeckt, stark verwest, Erwürgen als Todesursache wahrscheinlich, aber nicht zweifelsfrei nachweisbar. Für ihren Tod wurde er zwar verdächtigt, jedoch nie förmlich angeklagt.
  5. Janette Cullins (24), erwürgt am 12. oder 13. April 1984 in San Diego, ihre Leiche wurde am 14. April in einem Wandschrank gefunden, bei ihr gab es Spuren eines gewaltsamen Zugangs zur Wohnung, jedoch keinen Hinweis auf eine Vergewaltigung

Daneben wird ihm mindestens ein Überfall mit Vergewaltigung angelastet, bei dem das Opfer überlebte, Ende März 1984 in San Diego. Über die genaue Zahl der ihm insgesamt zurechenbaren Taten gehen die Quellen leicht auseinander, gerichtlich zweifelsfrei festgestellt wurden am Ende vier Morde.

Ermittlung und Festnahme

Die Ermittler konnten die Taten anhand von Spermaspuren, einem blutigen Handabdruck an einem Tatort und Videoaufnahmen eines Geldautomaten, an dem er mit der Bankkarte eines Opfers hantierte, miteinander verknüpfen. Am 17. April 1984 wurde er auf dem Interstate 40 im Norden von Arizona von einem Beamten der dortigen Autobahnpolizei wegen auffälliger Fahrweise angehalten. Im Fahrzeug, dem gestohlenen Wagen von Jillette Mills, fanden sich persönliche Gegenstände mehrerer Opfer, was zu seiner Festnahme führte.

Prozess

Er wurde vor Gerichten in Los Angeles und San Diego angeklagt. 1989 wurde er wegen der Morde an Susan Knoll, Jillette Mills und Bonnie Guthrie sowie wegen Vergewaltigung schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt. In einem gesonderten Verfahren folgte eine weitere Verurteilung und ein zweites Todesurteil für den Mord an Janette Cullins, hinzu kamen mehrjährige Haftstrafen für Vergewaltigungen, bei denen die Opfer überlebt hatten. Der kalifornische Oberste Gerichtshof bestätigte die Verurteilungen in späteren Jahren im Wesentlichen, wobei ein einzelnes strafverschärfendes Merkmal in der Revision aufgehoben wurde.

Nachwirkungen

Er bestritt seine Schuld über Jahrzehnte hinweg und veröffentlichte aus der Haft heraus wiederholt Texte, in denen er seine Unschuld beteuerte. Er saß seit Mitte der 1980er-Jahre im Todestrakt von San Quentin. Zu seinem weiteren Schicksal kursieren im Netz widersprüchliche und nicht zuverlässig belegte Angaben, wonach er zwischenzeitlich verstorben sein soll. Belastbar bestätigen lässt sich dies nicht. Die letzte verlässliche Nachricht nennt ihn weiterhin als Gefangenen.