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David Mulcahy

genannt „Eisenbahn-Vergewaltiger"

Der Bahnhof Brookmans Park in Hertfordshire, an dem John Duffy und David Mulcahy 1986 ihr letztes bekanntes Opfer entführten
Gordon Joly, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0
3
Opfer
„Eisenbahn-Vergewaltiger"
inhaftiert
SerienmörderLondon , Großbritannien
Aktive Jahre
1982–1986

Die Polizei verhörte David Mulcahy schon 1986, musste ihn aber mangels ausreichender Beweise wieder gehen lassen. Erst fünfzehn Jahre später sprach ihn der Old Bailey wegen der Morde an Alison Day, Maartje Tamboezer und Anne Lock schuldig. Der zeitgenössische Bericht des Guardian belegt die drei Mordschuldsprüche und lebenslangen Haftstrafen.

Werdegang

David Mulcahy wurde 1959 geboren und besuchte die Haverstock School in Nordlondon, wo er John Duffy kennenlernte. Beide flogen als Jugendliche gemeinsam von der Schule, nachdem man sie lachend und blutverschmiert nach dem Töten eines Igels ertappt hatte, ein früher Hinweis auf die gemeinsame Faszination für Grausamkeit, die ihre spätere Partnerschaft prägen sollte. Als Erwachsener arbeitete David Mulcahy unauffällig als Lieferfahrer und lebte mit Frau und Kindern in London, nach außen ein ganz gewöhnliches Leben.

Taten

Zwischen 1982 und 1986 überfielen David Mulcahy und sein Komplize gemeinsam Frauen an oder in der Nähe von Bahnhöfen im Süden Englands, meist im Schutz der Dunkelheit. Sie fesselten ihre Opfer, bedrohten sie mit Messern und vergewaltigten sie, insgesamt wurden ihnen mehr als zwanzig solcher Überfälle zugeschrieben. Ab Ende 1985 kamen Morde hinzu: Alison Day (19) im Dezember 1985, Maartje Tamboezer (15) im April 1986 und Anne Lock (29) im Mai 1986 am Bahnhof Brookmans Park in Hertfordshire, wo David Mulcahy sie gemeinsam mit seinem Komplizen entführte und erwürgte.

Erste Vernehmung und späte Überführung

Nach der Festnahme seines Komplizen im November 1986 geriet auch David Mulcahy ins Visier der Ermittler, wurde jedoch mangels ausreichender Beweise wieder freigelassen. Erst als sein früherer Schulfreund 1998 zu gestehen begann und ihn belastete, nahm die Polizei die Ermittlungen gegen ihn wieder auf. Im Februar 1999 wurde er festgenommen, monatelange Überwachung und moderne DNA-Analysen, die zur Tatzeit noch nicht existiert hatten, lieferten schließlich die entscheidenden Beweise.

Prozess

Der Prozess am Old Bailey in London dauerte von September 2000 bis Februar 2001. David Mulcahy bestritt sämtliche Vorwürfe und behauptete, die DNA-Beweise seien manipuliert worden. Die Jury glaubte ihm nicht: Er wurde wegen dreier Morde und sieben Vergewaltigungen zu drei lebenslangen Freiheitsstrafen mit einer Mindestverbüßungsdauer von 30 Jahren verurteilt, zusätzlich zu 24 Jahren für die Vergewaltigungen.

Nachwirkungen

Anders als sein Komplize John Duffy, der nach seinem Geständnis mit den Ermittlern kooperierte, beteuert David Mulcahy bis heute seine Unschuld. Seit 2011 betreibt er nach Presseberichten eine eigene Website, auf der er seine Verurteilung anzweifelt. Beide Männer sitzen weiterhin in Haft, eine Entlassung gilt als ausgeschlossen. Der Fall zählt zu den bedeutendsten Fahndungserfolgen der britischen Kriminalgeschichte, weil er zeigte, wie moderne DNA-Technik selbst Jahrzehnte alte, scheinbar ungeklärte Verdachtsfälle noch aufklären kann.

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