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David Hotyat

Ortsmitte von Le Grand-Bornand, der Gemeinde, in der David Hotyat 2003 die Familie Flactif tötete
Florian Pépellin, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

David Hotyat, geboren am 23. Oktober 1972 in Arras, tötete am 11. April 2003 in Le Grand-Bornand, einer Gemeinde in Haute-Savoie, die fünfköpfige Familie Flactif und verbrannte die Leichen anschließend im nahen Wald. Der Fall wurde in Frankreich unter dem Namen „affaire Flactif” bekannt und ist einer der bekanntesten Familienmorde des Landes im 21. Jahrhundert.

Werdegang

David Hotyat arbeitete als Mechaniker und war Mieter eines Chalets, das der Familie des Immobilienunternehmers Xavier Flactif gehörte. Laut Anklage entwickelte er über Monate Neid auf den finanziellen Erfolg und den Lebensstil seiner Vermieter, ein Konflikt, der sich an einer vergleichsweise geringen ausstehenden Zahlung für von ihm ausgeführte Reparaturarbeiten entzündete.

Die Tat

Am 11. April 2003 erschoss David Hotyat zunächst Xavier Flactif, 41 Jahre alt, nach eigener späterer Aussage ohne zu erwarten, dass die mitgeführte Waffe tatsächlich funktionieren würde. Anschließend tötete er die übrigen Familienmitglieder mit stumpfen Gegenständen und einer Pistole: Ehefrau Graziella Ortolano, 36 Jahre, sowie die drei gemeinsamen Kinder Grégory, 7 Jahre, Lætitia, 9 Jahre, und Sarah, 10 Jahre. Die Leichen transportierte er in einen Wald bei Thônes und verbrannte sie dort auf einem Scheiterhaufen.

An der Tat und ihrer Vertuschung waren nach den Ermittlungen weitere Personen beteiligt: David Hotyats damalige Partnerin Alexandra Lefevre, die laut Anklage sogar als treibende Kraft hinter der Tat galt, das Ehepaar Stéphane und Isabelle Haremza, die an Vorbereitung und Beweismittelbeseitigung mitwirkten, sowie sein Bruder Mickael Hotyat, der eine der Tatwaffen verschwinden ließ.

Ermittlung und Festnahme

Eine DNA-Spur führte die Ermittler am 8. Juli 2003 erstmals zu David Hotyat, festgenommen wurde er schließlich am 16. September 2003. Er gestand die Tat zunächst, widerrief sein Geständnis später jedoch teilweise und behauptete, unbekannte Dritte hätten ihn dazu gezwungen.

Prozess und Urteil

Der Prozess fand im Juni 2006 statt. Am 30. Juni 2006 wurde David Hotyat zu lebenslanger Haft mit einer Mindestverbüßungszeit von 22 Jahren verurteilt, eine frühestmögliche Entlassung ist demnach rechnerisch ab 2025 denkbar. Die Mitangeklagten erhielten deutlich geringere Strafen: Stéphane Haremza 15 Jahre, Alexandra Lefevre 10 Jahre, Isabelle Haremza 7 Jahre Haft, Mickael Hotyat ein Jahr auf Bewährung.

Nachwirkungen

David Hotyat sitzt weiterhin in Haft. Der Fall gilt in Frankreich als eines der einprägsamsten Beispiele dafür, wie sich Neid und ein vergleichsweise geringfügiger finanzieller Streit zu einem der folgenreichsten Familienmorde des Landes auswachsen konnten.

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