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David Gilroy

Häuserzeile in der Thistle Street in Edinburgh, wo Suzanne Pilley zuletzt lebend gesehen wurde
Drkirstyross, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
1
Opfer
inhaftiert
TotschlägerEdinburgh , Großbritannien
Aktive Jahre
2010

Am Morgen des 4. Mai 2010 verließ die Buchhalterin Suzanne Pilley wie jeden Tag ihre Wohnung in Edinburgh, um zur Arbeit zu gehen. Eine Überwachungskamera zeigte sie um 8:54 Uhr nahe der Thistle Street, dann verliert sich jede Spur von ihr. Bis heute wurde ihre Leiche trotz umfangreicher Suchaktionen nie gefunden, verurteilt wurde ihr Kollege und früherer Geliebter David Gilroy trotzdem, allein auf Grundlage von Indizien.

Eine unruhige Beziehung

Die 38-jährige Suzanne Pilley arbeitete als Buchhalterin bei der Firma Infrastructure Managers Limited in Edinburgh. Mit ihrem verheirateten Kollegen David Gilroy verband sie eine, wie ihre Mutter es später vor Gericht nannte, „turbulente Ein-und-aus-Beziehung”. Er schrieb ihr monatlich über 400 SMS-Nachrichten und versuchte wiederholt, unbefugt auf ihr E-Mail-Konto zuzugreifen. Kurz vor ihrem Verschwinden hatte sie begonnen, sich von ihm zu lösen und eine neue Beziehung einzugehen, was die Anklage später als sein mögliches Tatmotiv wertete.

Das Verschwinden

Nach der letzten Kameraaufnahme am Morgen des 4. Mai 2010 erschien sie nicht mehr zur Arbeit. Die Anklage ging später davon aus, dass er sie im Keller des gemeinsamen Bürogebäudes in der Thistle Street tötete, die Leiche zunächst dort versteckte und am folgenden Tag im Kofferraum seines silbernen Vauxhall Vectra in den Argyll Forest im Westen Schottlands transportierte. Gefunden wurde sie dort nie.

Ermittlung ohne Leiche

Die Polizei rekonstruierte seine Bewegungen minutiös über Überwachungskameras, Mobilfunkdaten und die Fahrzeugelektronik seines Wagens. Auffällig lange, unerklärte Zeitlücken in seiner Fahrt nach Lochgilphead am 5. Mai weckten früh Verdacht. Leichenspürhunde schlugen sowohl im Kofferraum seines Autos als auch im Kellergeschoss des Bürogebäudes an, an seinen Händen und seiner Stirn fanden sich Kratzspuren, die zu einem Kampf passten. Beschädigungen am Fahrzeug deuteten zudem auf eine Fahrt abseits befestigter Straßen hin. Am 23. Juni 2010 nahm die Polizei ihn fest.

Prozess und Urteil

Der Prozess vor dem High Court of Justiciary in Edinburgh dauerte 24 Verhandlungstage. Am 15. März 2012 sprach eine Jury ihn mit Mehrheitsverdikt des Mordes sowie der Behinderung der Justiz schuldig. Das Gericht verurteilte ihn zu lebenslanger Haft mit einer Mindestverbüßungszeit von 18 Jahren.

Nachwirkungen

Ein erster Berufungsantrag scheiterte noch 2012, weitere Versuche in den folgenden Jahren blieben ebenfalls erfolglos. David Gilroy sitzt seit Mai 2012 im Gefängnis HMP Shotts ein und hat bis heute nie preisgegeben, wo sich die Leiche von Suzanne Pilley befindet. Der Fall gilt in Schottland als eines der bekanntesten Beispiele dafür, dass auch ohne eine gefundene Leiche eine Verurteilung wegen Mordes möglich ist, wenn die Indizienkette lückenlos genug erscheint.