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David Frooms

Fassade des Royal Automobile Club an der Pall Mall in London, Tatort des Mordes
Wikimedia Commons / N Chadwick, geograph.org.uk · CC BY-SA 2.0
1
Opfer
inhaftiert
TotschlägerLondon , Großbritannien
Aktive Jahre
1972

Wochenlang tappte Scotland Yard im Dunkeln. Dann passierte etwas, das in kaum einem Kriminalfall so offen zutage tritt: Der gesuchte Mörder schrieb der Polizei einen Brief, offenbar getrieben von der Lust, sich mit seiner Tat zu brüsten. Seine eigene Handschrift wurde ihm zum Verhängnis. David Frooms hatte im Juli 1972 die 21-jährige Hotelangestellte Sarah Gibson in ihrem Zimmer im noblen Royal Automobile Club an der Londoner Pall Mall überfallen, missbraucht und getötet.

Das Opfer

Sarah Gibson wurde 1950 als jüngste Tochter des bekannten Pferdetrainers Jack Hugill Gibson in Lambourn, Berkshire, geboren. Trotz ihrer wohlhabenden Herkunft entschied sie sich für eine Karriere im Hotelgewerbe: Nach einer Ausbildung im Hotelmanagement arbeitete sie zunächst als Zimmermädchen in einem Hotel in Paddington, ehe sie 1970 zur Hilfshaushälterin im Royal Automobile Club aufstieg, einem traditionsreichen Herrenclub in bester Lage im Zentrum Londons.

Die Tat

In der Nacht zum 3. Juli 1972 kletterte David Frooms, damals 25 Jahre alt, durch ein offenes Fenster in das Clubgebäude, offenbar in der Absicht, Wertsachen zu stehlen. In Zimmer 519 im fünften Stock traf er auf die schlafende Sarah Gibson. Was folgte, war eine stundenlange Tortur: Er fesselte und vergewaltigte sie, erwürgte sie schließlich mit einer blauen Schnur und ihrer eigenen Kleidung und entwendete anschließend Schmuck und persönliche Gegenstände aus ihrem Zimmer. Am Morgen des 3. Juli fand ein Hausmeister die Leiche.

Ermittlung und Festnahme

Die Polizei verhörte sämtliche Clubmitglieder und Angestellten und sicherte Fingerabdrücke im Tatzimmer, kam damit aber zunächst nicht entscheidend voran. Den Durchbruch brachte ausgerechnet der Täter selbst: Kurze Zeit nach der Tat schickte er einen Brief an Scotland Yard, in dem er auf den Mord Bezug nahm. Die Ermittler verglichen die Handschrift mit anderen ihnen vorliegenden Schriftproben und stießen so auf David Frooms. Am 9. Juli 1972 wurde er festgenommen.

Prozess

Vor dem Old Bailey plädierte er im Dezember 1972 auf nicht schuldig und gab an, sich an den eigentlichen Tötungsakt nicht erinnern zu können, obwohl er die Tat an anderer Stelle einräumte. Das Gericht folgte dieser Einlassung nicht und sah in ihm einen kaltblütig handelnden Täter ohne belegbare psychische Erkrankung. Die Geschworenen sprachen ihn des Mordes schuldig, das Gericht verhängte lebenslange Freiheitsstrafe.

Nachwirkungen

Der Fall David Frooms zählt bis heute zu den bekannteren Londoner Mordfällen der frühen 1970er Jahre, nicht zuletzt wegen der ungewöhnlichen Wendung, dass sich der Täter durch einen eigenen Brief an die Polizei selbst verriet. Über eine mögliche Entlassung aus der Haft ist nichts bekannt.