David Carpenter
- Aktive Jahre
- 1979–1981
- Modus Operandi
- ErschießenErstechen
Steven Haertle überlebte am 29. März 1981 einen Schuss in den Hals. Als der Angreifer zum Wanderweg zurückkehrte, zeigte der Student auf ihn und warnte seine Helfer. Die Entscheidung des California Supreme Court hält diese Identifizierung und die Beweiskette fest. David Joseph Carpenter, geboren am 6. Mai 1930 in San Francisco, wurde für sieben Morde an Wanderwegen verurteilt und als „Trailside Killer” bekannt.
Werdegang
Er wuchs in San Francisco in schwierigen Verhältnissen auf. Sein Vater soll Alkoholiker gewesen sein und ihn misshandelt haben, seine Mutter wird als dominant und ebenfalls gewalttätig beschrieben. In der Schule wurde er wegen eines Sprachfehlers gehänselt, seine Eltern zwangen ihn zusätzlich zu Geigen- und Balletunterricht, was ihn in seinem Umfeld weiter zur Zielscheibe machte. Bereits als Fünfzehnjähriger begann er, jüngere Kinder sexuell zu belästigen, mit siebzehn wurde er erstmals wegen eines Sexualdelikts festgenommen.
Es folgte eine lange Kette von Gewalttaten und Haftstrafen. 1950 wurde er zunächst von einem Vergewaltigungsvorwurf freigesprochen. 1960 griff er im Presidio von San Francisco eine Frau namens Lois DeAndrade mit Hammer und Messer an, wofür ihn ein Bundesgericht zu vierzehn Jahren Haft verurteilte, von denen er sieben absaß. Nach seiner Entlassung beging er 1970 eine weitere Serie von Gewalttaten, darunter Vergewaltigung und Entführung, und flüchtete zwischenzeitlich aus einer Haftanstalt. Er wurde erneut verurteilt und saß bis zum 2. Mai 1979 im Gefängnis. Erst danach begann die Mordserie, die ihm den Beinamen einbrachte.
Kriminelle Aktivitäten
Nach seiner Entlassung 1979 zog er Wanderer und Jogger in abgelegenen Waldgebieten nördlich von San Francisco an sich heran, überwältigte sie mit einer Schusswaffe oder einem Messer und tötete sie meist aus nächster Nähe. Mehrere Opfer wurden erst Wochen nach ihrem Tod gefunden, weil die Tatorte weitab der Wege lagen. Zusätzlich zu den gerichtlich festgestellten Morden gilt er als dringend tatverdächtig für mindestens zwei weitere Fälle, die bis heute nicht angeklagt wurden.
Namentlich bekannte Opfer (chronologisch):
- Edda Kane (44), 20. August 1979, Mount Tamalpais State Park, durch Kopfschüsse getötet (er gilt als dringend tatverdächtig, wurde für diesen Fall aber nicht angeklagt)
- Richard Stowers (19) und Cynthia Moreland (18), 11. Oktober 1980, Point Reyes National Seashore, beide durch Kopfschuss getötet, die Leichen wurden erst am 29. November 1980 gefunden
- Anne Alderson (26), 14. Oktober 1980, Mount Tamalpais State Park, durch Kopfschuss getötet
- Shauna May (23) und Diane O’Connell (22), 27. November 1980, Point Reyes National Seashore, erschossen, Leichen zwei Tage später in einem flachen Grab entdeckt
- Ellen Hansen (20), 29. März 1981, Henry Cowell Redwoods State Park bei Santa Cruz, erschossen. Ihr Begleiter Steven Haertle (20) überlebte einen Kopfschuss und konnte später als wichtiger Zeuge aussagen
- Heather Scaggs (20), 2. Mai 1981, zuletzt gesehen bei einer verabredeten Autofahrt mit ihm, ihre Leiche wurde später gefunden
Im Jahr 2010 ordnete ein DNA-Abgleich zudem den Mord an Mary Frances Bennett (23) vom 21. Oktober 1979 seiner Tatserie zu, ohne dass es deswegen zu einer gesonderten Anklage kam.
Ermittlung und Festnahme
Die gehäuften Funde erschossener Wanderer im Marin County lösten ab 1980 eine der größten Fahndungen in der Geschichte der Bay Area aus. Den entscheidenden Hinweis lieferte der überlebende Zeuge Steven Haertle, der eine detaillierte Täterbeschreibung geben konnte, aus der eine Phantomzeichnung entstand. Ermittler verfolgten außerdem die Spur eines auffälligen roten Fiat, der mehrfach in der Nähe der Tatorte gesehen worden war und zu ihm zurückführte. Er wurde am 15. Mai 1981 vor seinem Wohnhaus in San Francisco festgenommen. Im Juli desselben Jahres konnte über einen Informanten zusätzlich die Tatwaffe sichergestellt werden, ein Revolver des Kalibers .38.
Prozess
Wegen der beiden Tatortserien in unterschiedlichen Bezirken wurde er in zwei getrennten Verfahren angeklagt. 1984 verurteilte ihn ein Gericht in Los Angeles County wegen der Morde an Ellen Hansen und Heather Scaggs sowie des versuchten Mordes an Steven Haertle, am 16. November 1984 verhängte der Richter die Todesstrafe. 1988 folgte ein zweiter Prozess in San Diego County wegen der fünf Morde an Richard Stowers, Cynthia Moreland, Shauna May, Diane O’Connell und Anne Alderson, der am 19. Juli 1988 erneut mit einem Todesurteil endete.
Nachwirkungen
Er sitzt seit den 1980er-Jahren in der Todeszelle, zunächst in San Quentin, seit dessen Auflösung des Todestrakts im Mai 2025 in der California Health Care Facility in Stockton. 2019 verhängte Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom ein Moratorium für Hinrichtungen im Bundesstaat, wodurch das Urteil bislang nicht vollstreckt wurde. Mit über 95 Jahren gilt er als einer der ältesten Todeskandidaten der Vereinigten Staaten. Der Fall trug in den 1980er-Jahren erheblich dazu bei, dass Wanderparks in Nordkalifornien ihre Sicherheitsvorkehrungen und Warnhinweise für Alleingänger verschärften.