David Berkowitz
- Aktive Jahre
- 1976–1977
- Modus Operandi
- Erschießen
Ein Strafzettel in der Nähe des letzten Tatorts führte New Yorks Polizei zu David Berkowitz. Seine acht Schussangriffe zwischen Juli 1976 und Juli 1977 hatten sechs Menschen getötet und sieben verletzt. Unter dem selbstgewählten Namen „Son of Sam“ schickte er Botschaften an Polizei und Presse; die Associated Press dokumentierte 2024 auch die zwölfte Ablehnung seiner Bewährung.
Werdegang
Er wurde kurz nach seiner Geburt zur Adoption freigegeben und wuchs bei seinen Adoptiveltern auf, zu denen er zunächst ein gutes Verhältnis hatte. Nach dem Tod seiner Adoptivmutter suchte er verstärkt Kontakt zu seiner leiblichen Mutter, die Begegnung verlief jedoch enttäuschend. Nach einem Militärdienst in Südkorea begann er, zahlreiche Brände zu legen, die er akribisch in Tagebüchern dokumentierte, insgesamt sollen es weit über tausend gewesen sein.
Kriminelle Aktivitäten
Zwischen Juli 1976 und Juli 1977 schoss er wiederholt mit einer Pistole auf junge Menschen, überwiegend Paare, die in geparkten Autos saßen. An mehreren Tatorten hinterließ er handschriftliche Briefe an die Polizei und die Presse, unterzeichnet mit „Son of Sam”, in denen er unter anderem behauptete, im Auftrag eines Dämons zu handeln, der durch den Hund seines Nachbarn zu ihm spreche.
Opfer (chronologisch):
- Donna Lauria (18), 29. Juli 1976, getötet; Jody Valenti überlebte verletzt
- Carl Denaro und Rosemary Keenan, 23. Oktober 1976, beide überlebten verletzt
- Donna DeMasi und Joanne Lomino, 27. November 1976, beide überlebten verletzt
- Christine Freund (26), 30. Januar 1977, getötet; John Diel überlebte verletzt
- Virginia Voskerichian (19), 8. März 1977, getötet
- Valentina Suriani (18) und Alexander Esau (20), 16. April 1977, beide getötet
- Salvatore Lupo und Judy Placido, 25. Juni 1977, beide überlebten verletzt
- Stacy Moskowitz (20), 31. Juli 1977, getötet; Robert Violante überlebte schwer verletzt
Festnahme
Er wurde am 10. August 1977 festgenommen, nachdem eine Zeugin sich an einen Strafzettel erinnerte, den die Polizei kurz vor einem der Angriffe an seinem in der Nähe geparkten Wagen ausgestellt hatte. Nach seiner Festnahme gab er zunächst an, im Auftrag übernatürlicher Stimmen gehandelt zu haben, bekannte sich später aber schuldig.
Prozess und Status
Da er sich schuldig bekannte, kam es zu keinem klassischen Gerichtsverfahren. Er wurde zu 25 Jahren bis lebenslanger Haft für jeden der sechs Morde verurteilt und sitzt bis heute im Gefängnis. Wiederholte Anhörungen zur Bewährung lehnte er selbst ab, unter anderem mit Verweis auf seine spätere religiöse Bekehrung zum evangelikalen Christentum.
Nachwirkungen
Der Fall Son of Sam führte in New York zu einer der größten Fahndungsaktionen der Stadtgeschichte und beeinflusste maßgeblich spätere Gesetze, die es Straftätern erschweren sollten, mit ihren Verbrechen finanziell zu profitieren, bekannt als „Son of Sam”-Gesetze.