Daniel Gonzalez
- Aktive Jahre
- 2004
Er trug bei seinem ersten Mord eine Hockeymaske, wie sie der Filmkiller Jason Voorhees aus „Freitag, der 13.” berühmt gemacht hatte. Sein erklärtes Ziel: mindestens zehn Tote und der Ruhm eines berüchtigten Serienmörders. Innerhalb von nur 48 Stunden im September 2004 tötete Daniel Gonzalez vier Menschen in London und Sussex und verletzte zwei weitere schwer.
Werdegang
Daniel Julian Gonzalez wurde am 21. Juni 1980 in Surrey geboren. Seine Eltern trennten sich, als er sechs Jahre alt war. Er besuchte die staatliche Internatsschule Gordon’s School und verließ sie mit acht Abschlüssen, doch schon ab seinem 17. Lebensjahr befand er sich wegen psychischer Probleme in fachärztlicher Behandlung. Mit 24 Jahren war er arbeitslos, konsumierte Drogen und verbrachte seine Zeit vor allem mit Videospielen und Horrorfilmen wie „Nightmare on Elm Street” und „Freitag, der 13.”. Die Attentäter des Amoklaufs von Columbine, Eric Harris und Dylan Klebold, sah er als Vorbilder und plante offen ein ähnliches Massaker. Seine Mutter hatte sich bereits vor den Taten schriftlich an ihren Abgeordneten gewandt und gefragt, ob ihr Sohn erst morden müsse, um Hilfe zu bekommen.
Die Taten
Am Morgen des 15. September 2004 griff er in Portsmouth den 61-jährigen Peter King mit einem Steakmesser an, der Angriff wurde abgewehrt. Am Nachmittag desselben Tages erstach er in Hove die 76-jährige Marie Harding, maskiert mit der Hockeymaske. In der Nacht zum 17. September tötete er in Tottenham im Norden Londons den 46-jährigen Kevin Molloy mit Messerstichen ins Gesicht, den Hals und den Oberkörper. Wenig später versuchte er, in die Wohnung des 59-jährigen Koumis Constantinou einzubrechen, verletzte ihn dabei aber nur. Am selben Morgen erstach er in Highgate das ältere Ehepaar Derek und Jean Robinson in deren eigenem Haus.
Verhaftung
Ein Handwerker sah, wie er nackt und blutüberströmt aus dem Haus des Ehepaars lief, und alarmierte die Polizei. Kurz darauf, am Mittag des 17. September 2004, wurde er an der U-Bahn-Station Tottenham Court Road festgenommen, nachdem er versucht hatte, mit einer blutbefleckten Zwanzig-Pfund-Note eine Fahrkarte zu kaufen.
Prozess
Vor dem Old Bailey in London versuchte die Verteidigung im März 2006, ihn für schuldunfähig erklären zu lassen. Er behauptete, unter Schizophrenie und Stimmen zu leiden, die ihn zum Töten aufgefordert hätten. Die Anklage bezeichnete diese Aussage als bewusste Übertreibung einer echten psychischen Erkrankung. Die Geschworenen benötigten nur gut eine Stunde, um ihn in vier Fällen des Mordes für schuldig zu befinden. Die Richterin verhängte sechs lebenslange Freiheitsstrafen und empfahl ausdrücklich, dass „lebenslang” auch tatsächlich lebenslang bedeuten solle. Eine Berufung scheiterte im Juli desselben Jahres.
Nachwirkungen
Daniel Gonzalez wurde als einer der gefährlichsten Insassen des Broadmoor Hospital eingestuft, wo er andere Patienten mit Nachstellungen seiner eigenen Taten terrorisierte. Am 9. August 2007 nahm er sich mit den scharfen Kanten einer zerbrochenen CD-Hülle das Leben, er verblutete an selbst zugefügten Schnittwunden. Der Fall gilt als eines der eindrücklichsten britischen Beispiele dafür, wie unbehandelte schwere psychische Erkrankung und eine Faszination für mediale Gewaltdarstellungen in eine tödliche Spirale münden können. Zum Tathergang selbst siehe die Schlagzeile 48 Stunden Terror: Der Amoklauf von London und Sussex.