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Colin Howell

Das Rathaus von Coleraine in Nordirland, wo Colin Howell als Zahnarzt praktizierte
Colin Park / Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0
2
Opfer
inhaftiert
TotschlägerColeraine , Großbritannien
Aktive Jahre
1991
Modus Operandi
VergiftungKomplizen

Fast zwei Jahrzehnte lang glaubte man in einer nordirischen Kleinstadt an einen tragischen Doppelselbstmord: Eine junge Mutter und ein Polizist starben gemeinsam durch Autoabgase, angeblich aus Verzweiflung über die Affäre ihrer jeweiligen Ehepartner. Erst 2009 kam heraus, dass es kein Suizid war. Der Zahnarzt, dessen Frau eines der beiden Opfer war, hatte beide Menschen eigenhändig getötet und den Tatort so hergerichtet, dass niemand Verdacht schöpfte.

Werdegang

Colin Howell wurde am 14. März 1959 in Portadown in Nordirland geboren und praktizierte später als Zahnarzt in Coleraine, einer Kleinstadt an der Nordküste. Er war aktives Mitglied einer baptistischen Gemeinde und mit Lesley verheiratet, mit der er vier Kinder hatte. In derselben Gemeinde lernte er Hazel Stewart kennen, die mit dem RUC-Polizisten Trevor verheiratet war und zwei Kinder hatte. Ab 1990 begannen Colin und Hazel eine Affäre.

Die Morde

In der Nacht zum 19. Mai 1991 tötete er zunächst seine Frau Lesley in der gemeinsamen Wohnung: Er führte einen Gartenschlauch vom Auspuff seines Wagens ins Schlafzimmer und ließ sie im Schlaf durch Kohlenmonoxid ersticken. Anschließend fuhr er zum Haus von Hazel und Trevor und wiederholte den Vorgang bei Trevor. Beide Leichen brachte er in einer Garage in Castlerock unter, so drapiert, dass die Szene wie ein gemeinsamer Selbstmord aus Verzweiflung über die jeweils untreuen Ehepartner wirkte.

Ein Verdacht, der nie verfolgt wurde

Die Polizei stufte den Fall tatsächlich als Doppelselbstmord ein, obwohl Hinweise dagegensprachen, etwa ein geöffnetes Fenster am Wagen, das bei einer absichtlichen Vergiftung durch Abgase kaum Sinn ergab. Nach dem Tod seiner Frau kassierte er eine Lebensversicherung von umgerechnet fast einer halben Million Pfund. Er und Hazel setzten ihre Beziehung noch eine Weile fort, trennten sich später jedoch wieder.

Geständnis und Prozess

2009, fast 18 Jahre nach der Tat, brach er unter dem Druck seines Gewissens zusammen und gestand den Doppelmord zunächst gegenüber Ältesten seiner Kirchengemeinde, kurz darauf auch der Polizei. Im November 2010 bekannte er sich vor dem Belfast Crown Court schuldig und wurde im Dezember zu lebenslanger Haft mit einer Mindestverbüßungsdauer von 21 Jahren verurteilt. Hazel Stewart, die zunächst behauptete, unter seinem Druck gehandelt zu haben, wurde im März 2011 ebenfalls des Mordes für schuldig befunden. Das Gericht war überzeugt, dass sie den Tod ihres Mannes hätte verhindern können, und verurteilte sie zu mindestens 18 Jahren Haft.

Nachwirkungen

Nach der Verurteilung wurde bekannt, dass Colin über Jahre hinweg zusätzlich Patientinnen seiner Zahnarztpraxis unter Vorwänden betäubt und sexuell missbraucht hatte. 2011 bekannte er sich in neun weiteren Fällen schuldig und verlor daraufhin seine Pensionsansprüche als ehemaliger Zahnarzt im staatlichen Gesundheitsdienst in Höhe von umgerechnet über 650.000 Pfund. Sein erwachsener Sohn sprach Jahre später öffentlich darüber, wie er vom wahren Tod seiner Mutter erfuhr. Colin Howell sitzt weiterhin in Haft.

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