Clifford Olson
- Aktive Jahre
- 1980–1981
- Modus Operandi
- ErwürgenErstechenVergewaltigungStumpfe Gewalt
Elf Kinder und Jugendliche im Alter zwischen neun und achtzehn Jahren tötete Clifford Robert Olson innerhalb von neun Monaten. Sein Schuldbekenntnis von 1982 und die elf lebenslangen Strafen wurden zu einem Bezugspunkt in Kanadas Debatte über Bewährung. Die kanadische Bewährungsbehörde beschreibt den Fall als Sinnbild der damaligen Kritik am Justizsystem.
Werdegang
Er hatte bereits vor der Mordserie eine lange kriminelle Vorgeschichte mit 94 Festnahmen wegen Einbruchs, Urkundenfälschung und Raubes und verbrachte den größten Teil seines Erwachsenenlebens bis zu seinem vierzigsten Lebensjahr in Haft.
Taten
Am 17. November 1980 entführte er die zwölfjährige Christine Weller, die er mit 19 Stichwunden tötete, ihre Leiche wurde erst über einen Monat später an Weihnachten gefunden. Ab April 1981, kurz nachdem er auf Bewährung freigekommen war, tötete er in rascher Folge weitere Kinder, darunter am 2. Juli 1981 den neunjährigen Simon Partington, den er entführte, missbrauchte und erwürgte. Er lockte seine Opfer meist mit dem Versprechen von Arbeit oder Geschenken, betäubte einige mit Chloralhydrat im Getränk und tötete sie anschließend durch Erstechen, Erwürgen oder Schläge.
Festnahme und der Leichen-Deal
Er wurde am 12. August 1981 festgenommen, nachdem ihm zwei Anhalterinnen entkommen waren. In einem international scharf kritisierten Handel bot er den Behörden an, die Fundorte der noch nicht entdeckten Leichen zu verraten, gegen eine Zahlung von 10.000 kanadischen Dollar pro Leichenfund, insgesamt erhielt seine Familie rund 100.000 Dollar. Die Polizei ging auf den Deal ein, um weitere vermisste Kinder aufzufinden und den Familien Gewissheit zu geben.
Prozess und späteres Leben
Am 11. Januar 1982 wurde er in allen elf Fällen für schuldig befunden und zu elf gleichzeitigen lebenslangen Haftstrafen verurteilt. In der Haft meldete er sich wiederholt öffentlichkeitswirksam zu Wort, unter anderem mit unbestätigten Behauptungen über weitere Opfer, was ihm den Ruf eines manipulativen Selbstdarstellers einbrachte.
Nachwirkungen
Der Fall führte in Kanada zu einer bis heute andauernden Debatte über sogenannte Chequebook-Deals mit verurteilten Straftätern und über das Konzept des “dangerous offender”, mit dem besonders gefährliche Täter dauerhaft von einer Entlassung ausgeschlossen werden können.