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Cleveland Torso Mörder

genannt „Mad Butcher of Kingsbury Run"

Polizisten durchsuchen im September 1936 einen Wasserlauf in Kingsbury Run, Cleveland, nach menschlichen Überresten
FBI/Cleveland Police Department, via Wikimedia Commons · Public Domain (US-Regierungswerk)
12
Opfer
„Mad Butcher of Kingsbury Run"
verstorben
SerienmörderCleveland , USA
Aktive Jahre
1935–1938
Modus Operandi
EnthauptungZerstückelung

Zwölf enthauptete Tote, die meisten ohne gesicherten Namen, wurden zwischen September 1935 und August 1938 in und um Kingsbury Run entdeckt. Die Encyclopedia of Cleveland History der Case Western Reserve University bestätigt sieben männliche und fünf weibliche Opfer. Selbst eine Großrazzia unter Sicherheitsdirektor Eliot Ness brachte keine Anklage gegen den unbekannten „Cleveland Torso Mörder”.

Der Schauplatz Kingsbury Run

Kingsbury Run war in den 1930er Jahren eine von der Weltwirtschaftskrise gezeichnete Schlucht am Rand der Stadt, gesäumt von Eisenbahngleisen und improvisierten Hüttensiedlungen Obdachloser. Genau dort, an einem Ort, an dem kaum jemand vermisste Menschen meldete, legte der Täter einen Großteil seiner Opfer ab, häufig in Wassernähe am Cuyahoga River.

Die Taten

Die meisten der zwölf offiziell anerkannten Opfer konnten trotz intensiver Fahndung nie identifiziert werden und wurden lediglich als „John Doe” oder „Jane Doe” registriert. Nur zwei Opfer erhielten einen gesicherten Namen: Edward W. Andrassy, ein 29 Jahre alter Mann mit Vorstrafen, dessen kopfloser Leichnam im September 1935 als eines der ersten Opfer gefunden wurde, und Florence Genevieve Polillo, eine 44-jährige Frau, deren in Säcke verpackte Überreste im Januar 1936 auftauchten. Bei mehreren männlichen Opfern stellten Gerichtsmediziner zusätzlich eine Kastration fest, bei anderen Leichen fanden sich Spuren chemischer Behandlung, vermutlich um die Verwesung zu verlangsamen oder Spuren zu verwischen.

Ermittlung unter Eliot Ness

Eliot Ness, der sich bereits als Anführer der „Untouchables” gegen Al Capone einen Namen gemacht hatte, übernahm als städtischer Sicherheitsdirektor persönlich die Leitung der Ermittlungen. Trotz umfangreicher Razzien in den Obdachlosensiedlungen von Kingsbury Run, bei denen die Behörden Hunderte Bewohner registrierten und teils deren Unterkünfte niederbrannten, blieb der Täter unentdeckt. Das öffentliche Scheitern an einem der prominentesten Fälle seiner Karriere gilt bis heute als einer der Gründe für Ness’ späteren Rücktritt im Jahr 1942.

Verdächtige

1939 nahm die Polizei Frank Dolezal, einen 52 Jahre alten Bekannten von Florence Polillo, fest. Dolezal starb kurz darauf unter ungeklärten Umständen in seiner Zelle, offiziell durch Suizid, was bis heute Zweifel an einem sauberen Verfahren nährt. Ein zweiter, nie öffentlich angeklagter Verdächtiger war der Arzt Francis E. Sweeney, der über die notwendigen anatomischen Kenntnisse für die präzisen Schnitte verfügte und bei einem informellen Lügendetektortest auffällig reagierte. Da Sweeney aus einer einflussreichen Cleveland-Familie stammte, wurde nie öffentlich Anklage gegen ihn erhoben, er starb 1964 in einer psychiatrischen Einrichtung.

Warum der Fall ungelöst blieb

Die meisten Opfer stammten aus dem Rand der Gesellschaft, Obdachlose und Tagelöhner, deren Verschwinden oft niemandem auffiel und die sich forensisch kaum identifizieren ließen. Die damalige Kriminaltechnik konnte weder DNA-Spuren sichern noch die zerstückelten Leichenteile zuverlässig einzelnen Personen zuordnen. Nach 1938 endeten die zweifelsfrei zugeordneten Funde abrupt, was Ermittler mit dem Tod, der Verhaftung wegen eines anderen Delikts oder dem Wegzug des Täters aus Cleveland erklären.

Nachwirkungen

Der Fall zählt neben Jack the Ripper zu den bekanntesten ungeklärten Serienmorden der Welt und ist fester Bestandteil der Cleveland-Stadtgeschichte, unter anderem im Cleveland Police Museum dokumentiert. Bücher, Theaterstücke und Fernsehdokumentationen greifen den Stoff bis heute regelmäßig auf, während Kingsbury Run selbst längst zu einem ruhigen Grünstreifen der Stadt geworden ist.

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