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Christopher Halliwell

Das Rathaus von Swindon bei Nacht, der Stadt, in der Christopher Halliwell als Taxifahrer arbeitete
Wikimedia Commons / Steve Daniels · CC BY-SA 2.0
2
Opfer
inhaftiert
SerienmörderSwindon , Großbritannien
Aktive Jahre
2003–2011

Ein Detective führte einen festgenommenen Taxifahrer ohne Anwalt und ohne die übliche Rechtsbelehrung zu einer Wiese, wo dieser auf eine Leiche zeigte, dann zu einem Feld, wo eine zweite lag. Der Verfahrensfehler drohte den gesamten Fall vor Gericht kollabieren zu lassen, obwohl der Täter selbst gestanden hatte. Christopher Halliwell, ein Taxifahrer aus Swindon, wurde 2012 wegen des Mordes an einer jungen Frau verurteilt, ein zweiter Mord aus dem Jahr 2003 kam erst Jahre später vor Gericht.

Werdegang

Er arbeitete als selbstständiger Taxifahrer in Swindon, einer Industriestadt in Wiltshire im Südwesten Englands. Nach außen führte er ein unauffälliges Leben, mit fünf Kindern und mehreren Beziehungen. Unter dieser Fassade verbarg sich ein Mann, der sein Fahrzeug offenbar gezielt nutzte, um an junge Frauen heranzukommen, die spätnachts allein unterwegs waren.

Taten

Sein erstes bekanntes Opfer war die 20 Jahre alte Becky Godden-Edwards, die zuletzt gesehen wurde, als sie im Januar 2003 vor einem Nachtclub in Swindon in ein Taxi stieg. Sie galt acht Jahre lang als vermisst.

In der Nacht zum 19. März 2011 nahm er die 22 Jahre alte Sian O’Callaghan nach einem Diskobesuch in seinem Wagen mit. Er missbrauchte sie sexuell und erstach sie mit mehreren Stichen in Kopf und Hals. Ihre Leiche versteckte er zunächst im Savernake Forest, bevor er sie an einen anderen Ort verlegte.

Ermittlung und Festnahme

Überwachungskameras zeigten seinen grünen Toyota Avensis in der Nähe des Tatorts, was die Polizei am 24. März 2011 zu seiner Festnahme auf dem Parkplatz eines Supermarkts führte. Detective Superintendent Steve Fulcher, der die Ermittlungen leitete, entschied sich, ihn direkt zu befragen, ohne ihn zuvor formell über sein Recht auf einen Anwalt zu belehren. Christopher führte ihn daraufhin zunächst zu Sian O’Callaghans Leiche und gestand anschließend spontan auch den Mord an Becky Godden-Edwards acht Jahre zuvor, bevor er die Beamten zu deren sterblichen Überresten auf einem Feld brachte.

Das eigenmächtige Vorgehen des Ermittlers hatte gravierende Folgen: Ein Richter erklärte sein Geständnis zum Mord an Becky Godden-Edwards für unzulässig, weil die Polizei bei der Vernehmung geltendes Recht verletzt hatte. Die Anklage in diesem Fall wurde zunächst fallengelassen.

Prozess

Am 19. Oktober 2012 bekannte sich Christopher vor dem Bristol Crown Court des Mordes an Sian O’Callaghan schuldig und erhielt eine lebenslange Freiheitsstrafe mit einer Mindestverbüßungsdauer von 25 Jahren. Der Fall Becky Godden-Edwards blieb zunächst ungesühnt, bis neue forensische Untersuchungen und weiteres Beweismaterial eine erneute Anklage ermöglichten. Am 7. Oktober 2016 wurde er auch für diesen zweiten Mord schuldig gesprochen.

Nachwirkungen

Der Fall löste in Großbritannien eine breite Debatte über die Balance zwischen schneller Aufklärung und rechtsstaatlichen Verfahrensregeln bei Vernehmungen aus. Der Ermittler wurde später wegen seines Vorgehens diszipliniert, verteidigte seine Entscheidung aber öffentlich damit, dass er dadurch möglicherweise weitere Opfer verhindert habe. Christopher Halliwell verbüßt seine Strafe weiterhin in britischer Haft.

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