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Charles Whitman

Charles Whitman im Jahrbuch der University of Texas, 1963
University of Texas, via Wikimedia Commons · Public Domain
17
Opfer
verstorben
AmokläuferAustin , USA
Aktive Jahre
1966
Modus Operandi
ErschießenErstechen

Charles Joseph Whitman wurde am 24. Juni 1941 in Lake Worth, Florida, geboren und starb am 1. August 1966 in Austin, Texas. Er erschoss vom 28. Stock des Uhrturms der University of Texas aus über 90 Minuten wahllos Passanten, nachdem er in der Nacht zuvor bereits seine Mutter und seine Ehefrau getötet hatte. Insgesamt starben 17 Menschen, mehr als 30 weitere wurden verletzt.

Werdegang

Er diente einige Jahre als Scharfschütze bei den US Marines, bevor er ein Ingenieurstudium an der University of Texas begann. Nach außen wirkte er lange als vorbildlicher Student und Ehemann, 1962 hatte er Kathleen Leissner geheiratet. In den Monaten vor der Tat klagte er wiederholt über starke Kopfschmerzen und aggressive Impulse, die er selbst nicht erklären konnte, und suchte deswegen auch einen Psychiater auf.

Die Tat

In der Nacht zum 1. August 1966 erstach er zunächst seine Mutter Margaret in deren Wohnung, anschließend kehrte er nach Hause zurück und erstach auch seine schlafende Ehefrau. Am nächsten Morgen fuhr er zum Campus, tötete auf dem Weg zum Turm zunächst drei weitere Menschen im Hauptgebäude und verschanzte sich dann auf der Aussichtsplattform des Uhrturms. Von dort schoss er mit mehreren mitgeführten Gewehren wahllos auf Menschen auf dem Universitätsgelände.

Beendigung des Amoklaufs

Nach etwa 90 Minuten gelang es den Polizisten Ramiro Martinez und Houston McCoy, die Aussichtsplattform zu erreichen und ihn zu erschießen. Die Tat endete damit, ein förmlicher Prozess fand folglich nicht statt.

Autopsie und Nachwirkungen

Bei der anschließenden Obduktion fanden Ärzte ein Glioblastom, einen bösartigen Hirntumor, der auf die Amygdala drückte, jenen Hirnbereich, der unter anderem für die Regulierung von Angst und Aggression zuständig ist. Ob der Tumor sein Verhalten tatsächlich beeinflusste, wurde unter Medizinern kontrovers diskutiert und ließ sich nicht abschließend klären. Der Fall gilt als einer der ersten großen Amokläufe an einer US-amerikanischen Bildungseinrichtung und veränderte nachhaltig, wie Polizei und Universitäten auf solche Bedrohungslagen reagieren, etwa durch die Einrichtung spezialisierter SWAT-Einheiten. Zum Tathergang selbst siehe die Schlagzeile Amoklauf von Austin: Scharfschütze tötet vom Uhrturm der University of Texas.

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