Charles Starkweather
- Amokläufer — Lincoln , USA
- Aktive Jahre
- 1957–1958
- Modus Operandi
- ErschießenErstechenKomplizen
Charles Starkweather tötete zwischen dem 1. Dezember 1957 und dem 29. Januar 1958 gemeinsam mit seiner damals 14 Jahre alten Freundin Caril Ann Fugate elf Menschen in Nebraska und Wyoming. Der genaue Anteil Caril Ann Fugates an den Taten ist bis heute umstritten: Sie selbst gab an, als Geisel gehandelt zu haben, um ihre Familie zu schützen, während Starkweather vor Gericht aussagte, sie habe sich willig beteiligt und mindestens eine Tote selbst erschossen. Starkweather wurde 1959 hingerichtet.
Werdegang
Charles Starkweather wurde am 24. November 1938 in Lincoln, Nebraska, als viertes von sieben Kindern einer Arbeiterfamilie geboren. Sein Vater arbeitete als Zimmermann, war jedoch wegen einer rheumatischen Erkrankung häufig arbeitsunfähig, seine Mutter arbeitete zusätzlich als Kellnerin. Eine leichte Fehlstellung der Beine sowie eine Sprachbehinderung machten ihn in der Schule zur Zielscheibe von Spott, seine schulischen Leistungen waren mit Ausnahme des Sportunterrichts schwach. 1956 lernte der 18-Jährige die damals 13 Jahre alte Caril Ann Fugate kennen. Er brach die Schule ab und arbeitete fortan in der Nähe ihrer Schule, um sie täglich sehen zu können. Nachdem sie versehentlich das Auto seines Vaters beschädigt hatte, wurde er von zuhause verwiesen und schlug sich fortan als Müllfahrer durch, wobei er zunehmend eine nihilistische Weltsicht entwickelte.
Kriminelle Aktivitäten
Am 1. Dezember 1957 erschoss er den 21 Jahre alten Tankstellenwärter Robert Colvert nach einem Raubüberfall in Lincoln. Am 21. Januar 1958 erschoss er ihren Stiefvater Marion Bartlett (58) und ihre Mutter Velda Bartlett (36) und erschlug die zweijährige Halbschwester Betty Jean. Die Leichen versteckten sie im Hühnerstall und im Außenklo, an der Tür hinterließen sie einen Zettel mit dem Hinweis, alle im Haus seien an Grippe erkrankt, und blieben bis zum 27. Januar im Haus. Am selben Tag erschoss er den 70 Jahre alten Farmer August Meyer, einen Bekannten der Familie, sowie kurz darauf die per Anhalter mitgenommenen Jugendlichen Robert Jensen (17) und Carol King (16). Am 28. Januar drangen beide in das Haus des wohlhabenden Industriellen C. Lauer Ward ein und töteten ihn, seine Frau Clara Ward sowie die Haushälterin Lillian Fencl. Auf der Flucht erschoss er am 29. Januar 1958 nahe Douglas, Wyoming, den schlafenden Handelsvertreter Merle Collison, als dieser sich weigerte, ihm sein Auto zu überlassen.
Namentlich bekannte Opfer (chronologisch):
- Robert Colvert (21), erschossen am 1. Dezember 1957 in Lincoln
- Marion Bartlett (58), Stiefvater Fugates, erschossen am 21. Januar 1958
- Velda Bartlett (36), Mutter Fugates, erschossen am 21. Januar 1958
- Betty Jean Bartlett (2), Halbschwester Fugates, erschlagen am 21. Januar 1958
- August Meyer (70), erschossen am 27. Januar 1958 bei Bennet, Nebraska
- Robert Jensen (17), erschossen am 27. Januar 1958
- Carol King (16), erschossen und erstochen am 27. Januar 1958
- Chester Lauer Ward (47), erschossen am 28. Januar 1958 in Lincoln
- Clara Ward (50), erstochen am 28. Januar 1958
- Lillian Fencl (51), Haushälterin der Familie Ward, erstochen am 28. Januar 1958
- Merle Collison (37), erschossen am 29. Januar 1958 bei Douglas, Wyoming
Ermittlung und Festnahme
Nachdem ihre Großmutter Verdacht geschöpft und die Polizei alarmiert hatte, flohen beide, bevor die Beamten eintrafen. Der Mord an der wohlhabenden Familie Ward löste in Lincoln und Umgebung Panik aus, Gouverneur Victor Anderson zog die Nationalgarde hinzu, es bildeten sich sogar bewaffnete Bürgerwehren. Bei Douglas, Wyoming, blieb das gestohlene Auto liegen, ein herbeigerufener Hilfsscheriff wurde von Starkweather bedroht, woraufhin Fugate zu einem eintreffenden Deputy lief und rief, er wolle sie töten. Bei der folgenden Verfolgungsjagd traf ein Polizeischuss die Windschutzscheibe, Glassplitter verletzten ihn im Gesicht, woraufhin er sich in dem Glauben, er verblute, ergab.
Prozess
Er wurde ausschließlich wegen des Mordes an Robert Jensen angeklagt, die Jury befand ihn nach 22-stündiger Beratung für schuldig, am 23. Mai 1958 wurde er zum Tode verurteilt.
Hinrichtung
Charles Starkweather wurde am 25. Juni 1959 im Nebraska State Penitentiary in Lincoln auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet, es war die letzte Hinrichtung in Nebraska bis 1994.
Nachwirkungen
Der Fall inspirierte unter anderem den Film „Badlands” (1973) von Terrence Malick sowie den Song „Nebraska” von Bruce Springsteen und gilt bis heute als einer der prägendsten amerikanischen Kriminalfälle der 1950er-Jahre. Zum Tathergang selbst siehe die Schlagzeile Die Starkweather-Morde: Amoklauf durch Nebraska und Wyoming.