Charles Schmid
- Serienmörder — Tucson , USA
- Aktive Jahre
- 1964–1965
- Modus Operandi
- ErwürgenStumpfe GewaltKomplizen
Die Leichen der Schwestern Gretchen und Wendy Fritz lagen noch in der Wüste, als zwei Mitwisser im November 1965 ihre Beteiligung am Tod von Alleen Rowe einräumten und gegen Charles Howard Schmid junior aussagen wollten. Die zeitgenössische Berichterstattung der Arizona Daily Star und eine spätere Entscheidung des Supreme Court of Arizona belegen die drei Tötungen von 1964 und 1965 sowie sein Schuldbekenntnis im Fall Rowe.
Werdegang
Er wurde von einem Ehepaar adoptiert, das ein Pflegeheim betrieb und ihn mit einer eigenen Unterkunft auf dem Grundstück und großzügigem Taschengeld verwöhnte. Da er sehr kleinwüchsig war, stopfte er seine Cowboystiefel mit Zeitungspapier und flachgedrückten Dosen aus, um größer zu wirken, schminkte sich mit Lippenstift und Puder und klebte sich ein künstliches Schönheitsmal ins Gesicht. Mit dieser inszenierten Erscheinung und großem Selbstbewusstsein baute er sich in der örtlichen Teenagerszene eine Anhängerschaft auf.
Taten
Am 31. Mai 1964 überredete er seine Freundin Mary French und den gemeinsamen Bekannten John Saunders, ihm zu helfen, die fünfzehnjährige Alleen Rowe in die Wüste außerhalb Tucsons zu locken. Dort vergewaltigte er sie und erschlug sie anschließend mit einem Stein, während die beiden anderen ihm beim Ausheben eines flachen Grabes halfen.
Am 16. August 1965 tötete er die siebzehnjährige Gretchen Fritz und deren dreizehnjährige Schwester Wendy, nachdem Gretchen gedroht hatte, sein Geheimnis um den Mord an Rowe preiszugeben. Er erwürgte beide Schwestern und vergrub sie ebenfalls in der Wüste.
Festnahme
Sein Freund Richard Bruns, dem er sich anvertraut hatte, floh nach Ohio und berichtete den dortigen Behörden von den Morden. Am 10. November 1965 wurde er in Tucson festgenommen.
Prozess
Der Prozess 1966 zog landesweite Aufmerksamkeit auf sich, unter anderem berichteten das Life-Magazin und der Playboy ausführlich über den Fall. Für den Mord an Alleen Rowe wurde er zu 50 Jahren bis lebenslanger Haft verurteilt, für den Doppelmord an den Fritz-Schwestern zum Tode. 1972 wandelte ein Gericht das Todesurteil in lebenslange Haft um.
Tod im Gefängnis
Nach einem gescheiterten Ausbruchsversuch wurde er am 20. März 1975 von zwei Mitgefangenen 47 Mal mit einem Messer angegriffen. Er verlor dabei ein Auge und eine Niere und starb zehn Tage später an den Folgen der Verletzungen.
Nachwirkungen
Der Fall diente als Vorlage für die Kurzgeschichte „Smooth Talk” von Joyce Carol Oates und den darauf basierenden Spielfilm und gilt als einer der prägenden amerikanischen Kriminalfälle der 1960er-Jahre, nicht zuletzt wegen der ungewöhnlichen Rolle, die sein inszeniertes Auftreten bei der Anwerbung seiner jugendlichen Anhänger spielte.