Charles Ray Hatcher
- Aktive Jahre
- 1969–1982
- Modus Operandi
- ErwürgenVergewaltigung
Vier Jahre saß Melvin Reynolds für die Tötung des vierjährigen Eric Christgen im Gefängnis. Dann beschrieb Charles Ray Hatcher den Fall und führte Ermittler zu Informationen, die Reynolds entlasteten. Der Justizirrtum wurde zum bekanntesten Teil einer Serie von Geständnissen, von denen nur wenige bestätigt werden konnten.
Vorstrafen und Verdachtsfälle
Charles Ray Hatcher wurde am 16. Juli 1929 in Missouri geboren. Seit seiner Jugend wurde er wiederholt wegen Diebstahls, Betrugs, Entführung und Sexualdelikten verurteilt. Über Jahrzehnte lebte er ohne festen Lebensmittelpunkt in verschiedenen Bundesstaaten.
Nach seiner Festnahme behauptete Hatcher, seit Ende der 1960er-Jahre zahlreiche Menschen getötet zu haben. Ermittler prüften bis zu sechzehn Fälle. Zu den Namen, die er nannte, gehörten William Freeman und James Churchill; diese Zuordnungen führten jedoch nicht zu Mordverurteilungen.
Zwei Verurteilungen
Gerichtlich verantwortlich gemacht wurde Hatcher für zwei Kindstötungen in St. Joseph, Missouri: den Tod des vierjährigen Eric Christgen im Jahr 1978 und die Tötung der elfjährigen Michelle Steele im Juli 1982. Nach dem Verschwinden von Michelle Steele wurde Hatcher festgenommen. Im September 1984 verurteilte ihn ein Gericht wegen ihres Mordes zu lebenslanger Haft; auch für den Fall Christgen erhielt er eine lebenslange Strafe.
Der Fall Melvin Reynolds
Reynolds war nach langen, suggestiven Vernehmungen und einem falschen Geständnis wegen Christgens Tod verurteilt worden. Hatchers Aussage und die anschließende Prüfung zeigten, dass die Ermittlungen sich auf den Falschen konzentriert hatten. Reynolds wurde nach rund vier Jahren Haft freigelassen.
Tod
Am 7. Dezember 1984 wurde Hatcher erhängt in seiner Zelle im Missouri State Penitentiary gefunden. Die Zahl von sechzehn Morden bleibt eine eigene Behauptung. Belastbar bestätigt sind die beiden Verurteilungen; weitere Fälle werden in der Statistik getrennt als mutmaßlich geführt.