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Charles Ng

genannt „Operation Miranda"

Polizeifoto von Charles Ng aus dem Jahr 1982
Wikimedia Commons / Federal Bureau of Investigation · Public Domain
11
Opfer
„Operation Miranda"
inhaftiert
SerienmörderWilseyville , USA
Aktive Jahre
1983–1985

Videoaufnahmen aus einem verborgenen Bunker zeigten Charles Chi-Tat Ng und Leonard Lake, wie sie gefangene Frauen bedrohten. Eine Jury sprach Charles Ng in elf Mordfällen schuldig. Der California Supreme Court bestätigte 2022 Schuldsprüche und Todesurteil; sein Komplize war bereits 1985 nach einer Vergiftung gestorben und wurde nie wegen Mordes verurteilt.

Werdegang

Er diente als ehemaliger Marine, bevor er um 1980 auf Leonard Lake traf, vermutlich über eine Anzeige in einem Survivalisten-Magazin. Nach einer gemeinsamen Festnahme wegen illegalen Waffenbesitzes 1982 saß er eine Haftstrafe ab, während Leonard Lake auf freiem Fuß blieb. Nach seiner Entlassung im Juli 1984 fanden die beiden erneut zusammen und zogen in eine abgelegene Hütte bei Wilseyville, rund 250 Kilometer östlich von San Francisco, wo sein Komplize zuvor einen schalldichten unterirdischen Bunker errichtet hatte.

Taten

Das Paar nannte sein Vorgehen „Operation Miranda”, nach einer Romanfigur aus John Fowles’ Roman „Der Sammler”. Männer und Kleinkinder wurden in der Regel sofort getötet, während Frauen zunächst über längere Zeit gefangen gehalten, vergewaltigt und gefoltert wurden. Zu den bestätigten Opfern zählen unter anderen Charles Gunnar, Donald Lake, die Familie Dubs mit ihrem einjährigen Sohn, Paul Cosner, Michael Carroll und Kathleen Allen sowie Lonnie Bond und Brenda O’Connor mitsamt ihrem Kind.

Videoaufnahmen, die Ermittler später sicherstellten, zeigten unter anderem, wie er eine gefesselte Frau bedrohte. Leonard Lake vermerkte in seinen Tagebüchern, sein Komplize sei anfangs zögerlich gewesen, sich auf die Taten einzulassen, wurde im Verlauf der zwei Jahre aber zu einem aktiven Mittäter. Anhand von Beweismitteln am Tatort gehen Ermittler von bis zu 25 möglichen Opfern aus, gerichtsfest nachgewiesen wurden am Ende elf Morde.

Flucht und Festnahme

Am 2. Juni 1985 wurde er beim Ladendiebstahl eines Schraubstocks in einem Baumarkt in South San Francisco ertappt, gemeinsam mit Leonard Lake, der bei der Kontrolle unter falschem Namen auftrat. Noch während der Festnahme nahm sein Komplize eine Zyanidkapsel und starb wenige Tage später. Er floh daraufhin nach Kanada und wurde erst am 6. Juli 1985 in Calgary gefasst.

Prozess

Seine Auslieferung an die USA zog sich über Jahre juristischer Auseinandersetzungen zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten hin, erst 1991 wurde er endgültig überstellt. Im Februar 1999, fast 14 Jahre nach den Taten, wurde Charles Ng wegen elf Morden für schuldig befunden und zum Tode verurteilt.

Nachwirkungen

Er sitzt bis heute in der Todeszelle des California Medical Facility, ohne dass es in Kalifornien in den vergangenen Jahrzehnten zu einer Hinrichtung kam. Der Fall gilt als einer der aufwendigsten und grausamsten Ermittlungen der US-Kriminalgeschichte und wurde mehrfach in Dokumentationen aufgearbeitet.

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