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Cesare Serviatti

genannt „Der Landru vom Tiber"

Der Tiber in Rom, wo Cesare Serviatti die meisten seiner Opfer fand
Lalupa / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
3
Opfer
„Der Landru vom Tiber"
hingerichtet
SerienmörderRom , Italien
Aktive Jahre
1928–1932

Zwei herrenlose Koffer in Neapel und ein dritter in Rom enthielten die sterblichen Überreste einer Frau. Die Fallrekonstruktion des historischen Büros der italienischen Staatspolizei zeigt, wie die Identifizierung von Paolina Gorietti zu Cesare Serviatti und zwei weiteren Tötungen führte. Der Heiratsschwindler lernte seine Opfer über Kontaktanzeigen kennen.

Werdegang

Cesare Serviatti wurde am 24. November 1880 im mittelitalienischen Subiaco geboren. Er übte im Lauf seines Lebens mehrere Berufe aus, unter anderem als Metzger, später arbeitete er als Krankenpfleger in einem römischen Krankenhaus, aus dem er wegen Misshandlung von Patienten entlassen wurde. Über Kontaktanzeigen in Zeitungen suchte er gezielt Kontakt zu alleinstehenden Frauen, denen er Heiratsversprechen machte.

Taten

Im Juli 1928 erwürgte er die 42-jährige Pasqua Bartolini Tiraboschi und versenkte ihre zerstückelte Leiche in einer Senkgrube. Anfang November 1930 tötete er die Witwe Beatrice „Bice“ Margarucci und warf ihre sterblichen Überreste in den Tiber. Im November 1932 tötete er die 40-jährige Paolina Gorietti. Veröffentlichte Merkmale der in Koffern gefundenen Leiche führten eine Freundin zu dem Mann, den Paolina heiraten wollte. Belegt sind Geständnisse zu diesen drei Tötungen. Die oft wiederholte Behauptung über fünf weitere gestandene Morde ließ sich nicht bestätigen.

Ermittlung und Festnahme

Die Identifizierung des Opfers führte die Ermittler auf seine Spur. Am 14. Dezember 1932 wurde Cesare Serviatti in seiner Wohnung in Rom festgenommen.

Prozess und Verurteilung

Der Prozess begann am 14. Juni 1933 vor dem Gericht in La Spezia. Am 8. Juli 1933 verurteilte das Gericht ihn wegen der Morde an Pasqua Bartolini Tiraboschi und Bice Margarucci zu zwei lebenslangen Haftstrafen, für den Mord an Paolina Gorietti verhängte es die Todesstrafe.

Nachwirkungen

Cesare Serviatti wurde am 13. Oktober 1933 in Sarzana durch ein Erschießungskommando hingerichtet. Der Fall erregte im faschistischen Italien der frühen 1930er Jahre großes mediales Aufsehen und ist bis heute Gegenstand italienischer Kriminalliteratur und Podcasts über die Geschichte des organisierten Verbrechens jener Zeit.