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Cécile Brossard

Die Altstadt von Genf, Tatort des Mordes an Édouard Stern
John Eckman, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0
1
Opfer
frei
TotschlägerGenf , Frankreich
Aktive Jahre
2005
Modus Operandi
Erschießen

Cécile Brossard, 1964 in Frankreich geboren, erschoss am 28. Februar 2005 in Genf ihren langjährigen Geliebten, den milliardenschweren Bankier Édouard Stern, während einer sadomasochistischen Sitzung. Der Fall sorgte wegen der Prominenz des Opfers und der Umstände der Tat international für Aufsehen.

Werdegang

Über ihr Leben vor der Beziehung zu dem Bankier ist öffentlich wenig bekannt. Ab 2001 unterhielt sie eine rund vierjährige, von finanzieller Abhängigkeit geprägte Beziehung zu dem 1954 geborenen Bankier, der aus einer der reichsten Familien Frankreichs stammte und in den 1980er und 1990er Jahren mehrere Banken aufgebaut und mit großem Gewinn verkauft hatte, unter anderem an die Schweizerische Bankgesellschaft. Zuletzt war er als Investor und Verwaltungsratspräsident tätig und lebte zeitweise in Genf.

Die Tat

Im Streit um eine zuvor von Édouard Stern in Aussicht gestellte, dann aber zurückgezogene Zahlung in Millionenhöhe soll er ihr laut ihren eigenen Angaben sinngemäß gesagt haben, eine Million Dollar sei viel Geld für eine Hure. Am 28. Februar 2005 erschoss sie ihn in seiner Genfer Wohnung mit vier Schüssen aus nächster Nähe in Kopf und Oberkörper. Er trug zum Zeitpunkt der Tat einen hautfarbenen Ganzkörperanzug aus Latex und war an einen Stuhl gefesselt.

Flucht und Festnahme

Nach der Tat floh sie zunächst nach Italien, anschließend weiter nach Australien. Rund zwei Wochen später wurde sie im März 2005 in Mailand festgenommen. Sie gestand die Tat und beschrieb sie später als einen Moment der Leidenschaft und des Wahnsinns.

Prozess und Urteil

Der Prozess fand im Juni 2009 in Genf statt. Am 18. Juni 2009 wurde sie nicht wegen eines Verbrechens aus Leidenschaft, sondern wegen vorsätzlichen Mordes zu acht Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt, das Gericht sah ihr Handeln als von Hass und Gier getragen an. Zusätzlich wurde sie verpflichtet, den Kindern des Opfers symbolisch einen Schweizer Franken Genugtuung zu zahlen.

Nachwirkungen

Im November 2010 kam sie nach fünf Jahren Haft auf Bewährung frei. 2013 äußerte sie öffentlich, ihre Tat auf ewig zu bereuen, und beschrieb ihr Opfer als einen Menschen mit einer liebenswerten, strahlenden Persönlichkeit. Der Fall blieb wegen der Verbindung von großem Reichtum, Sadomasochismus und Gewalt eines der meistdiskutierten Verbrechen der Genfer Kriminalgeschichte der 2000er Jahre. Mehr zum Leben des Opfers: Mord an Édouard Stern.

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