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Catherine Deshayes

genannt „La Voisin"

Zeitgenössische Gravur von Catherine Deshayes, genannt La Voisin, nach einem Werk von Antoine Coypel
Antoine Coypel (1680-1682), Bibliothèque nationale de France / Gallica, via Wikimedia Commons · Public Domain
„La Voisin"
hingerichtet
SerienmörderParis , Frankreich
Aktive Jahre
1676–1679
Modus Operandi
VergiftungOkkultismus

Als Catherine Deshayes im März 1679 festgenommen wurde, führte die Spur nicht nur zu Giftverkäufern und Wahrsagern, sondern bis in die französische Aristokratie. Die als „La Voisin“ bekannte Pariserin wurde zur zentralen Figur der Affaire des poisons – eines Skandals, der den Hof Ludwigs XIV. erschütterte.

Geschäft und Netzwerk

Catherine Deshayes wurde um 1640 geboren und war mit Antoine Monvoisin verheiratet. Nachdem dessen Geschäft gescheitert war, verdiente sie Geld als Hebamme, Wahrsagerin und Anbieterin unterschiedlicher Dienste. Dazu gehörten Liebestränke, Abtreibungen und der Handel mit giftigen Substanzen. In den Ermittlungen wurde ihr Netzwerk außerdem mit okkulten Ritualen und sogenannten schwarzen Messen in Verbindung gebracht.

Die Aussagen aus dem Verfahren belasten auch Personen aus dem Umfeld des Hofes. Besonders folgenreich waren die nach La Voisins Tod erhobenen Vorwürfe gegen Madame de Montespan, eine frühere Mätresse Ludwigs XIV. Welche einzelnen Tötungen La Voisin selbst verursachte oder konkret vorbereitete, lässt sich aus der historischen Überlieferung jedoch nicht zuverlässig beziffern.

Affaire des poisons

Die Giftaffäre begann 1676 und weitete sich zu einer Untersuchung gegen ein großes Netzwerk aus Alchemisten, Wahrsagern, Giftverkäufern und Kunden aus. Im April 1679 richtete der König mit der Chambre ardente ein Sondergericht ein. Mehr als 400 Beschuldigte erschienen bis zur Auflösung des Gerichts im Jahr 1682 vor dieser Kammer.

La Voisin wurde im März 1679 verhaftet. Zeitgenössische Aussagen über Tausende Abtreibungen, Säuglingsopfer und zahlreiche Giftmorde sind nicht als gesicherte Opferbilanz zu verstehen: Sie entstanden in einem Verfahren, in dem Gerüchte, Geständnisse, Denunziationen und politische Interessen eng miteinander verbunden waren.

Hinrichtung und Folgen

Nach ihrem Prozess wurde Catherine Deshayes am 22. Februar 1680 auf der Place de Grève verbrannt. Sie wurde wegen der im Verfahren behandelten Gift- und verwandten Straftaten hingerichtet; die verkürzte Bezeichnung als bloße „Hexenverbrennung“ verdeckt den kriminal- und machtpolitischen Kontext des Sondergerichts.

Die Ermittlungen liefen nach ihrem Tod weiter. Als Aussagen ihre Kundschaft immer näher an den Hof rückten, ließ Ludwig XIV. das Verfahren schließlich beenden. 1682 folgte ein Edikt, das den Handel mit Giften stärker regelte und vermeintliche Zauberei rechtlich zunehmend als Betrug behandelte.

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