Carl Panzram
- Aktive Jahre
- 1920–1929
- Modus Operandi
- ErwürgenErschießenVergewaltigungEinbruch
Ein Gefängniswärter bewahrte Carl Panzrams handschriftliches Manuskript, obwohl der Häftling darin 21 Tötungen und zahlreiche weitere Gewalttaten behauptete. Gerade dieses Selbstzeugnis machte Panzram später berühmt – und verlangt Vorsicht, weil viele seiner Angaben nie unabhängig bestätigt wurden.
Lebensweg und eigene Angaben
Carl Panzram wurde am 28. Juni 1891 nahe East Grand Forks in Minnesota geboren. Bereits als Jugendlicher kam er in Erziehungsanstalten und Gefängnisse. In seinem späteren Manuskript beschrieb er Misshandlungen in diesen Einrichtungen und stellte sie als Ausgangspunkt seines Hasses auf andere Menschen dar. Diese Deutung stammt von Panzram selbst.
Nach seiner Darstellung beging er auf Reisen durch die USA und andere Länder zahlreiche Einbrüche, sexuelle Gewalttaten und Morde. Besonders drastische Behauptungen – darunter die Tötung von acht Männern in Angola – konnten nicht unabhängig belegt werden. Auch die häufig genannte Gesamtzahl von 21 Toten beruht wesentlich auf seinen eigenen Angaben.
Letzte Festnahme und Mord in Haft
1928 wurde Panzram nach einem Einbruch festgenommen und zu zwanzig Jahren Haft verurteilt. Im Bundesgefängnis Leavenworth erschlug er 1929 den Gefängnisbediensteten Robert Warnke mit einer Eisenstange. Für diese Tat wurde er zum Tod verurteilt.
Während der Haft gab ihm der Wärter Henry Lesser Schreibmaterial. Panzram verfasste damit ein autobiografisches Manuskript und Briefe über seine Taten und seine Weltsicht. Die Originale, Korrespondenzen und Gefängnisunterlagen werden heute in der Special Collections Library der San Diego State University verwahrt.
Hinrichtung und Überlieferung
Panzram lehnte Bemühungen gegen seine Hinrichtung ab. Am 5. September 1930 wurde er in Leavenworth gehängt. Lesser bemühte sich jahrzehntelang um die Veröffentlichung des Manuskripts; 1970 erschien es als Grundlage von Killer: A Journal of Murder. Der Text ist eine wichtige Primärquelle zu Panzrams Selbstdarstellung, aber kein unabhängiger Beweis für jede darin behauptete Tat.