Caril Ann Fugate
- Amokläufer — Lincoln , USA
- Aktive Jahre
- 1957–1958
- Modus Operandi
- ErschießenErstechenKomplizen
Caril Ann Fugate war als 14-Jährige an der Mordserie ihres damaligen Freundes Charles Starkweather beteiligt, der zwischen dem 1. Dezember 1957 und dem 29. Januar 1958 elf Menschen in Nebraska und Wyoming tötete. Ihr eigener Anteil an den Taten ist bis heute umstritten: Sie selbst gab an, als Geisel gehandelt zu haben, um ihre Familie zu schützen, während er vor Gericht aussagte, sie habe sich willig beteiligt und mindestens eine Tote selbst erschossen. Sie saß bis 1976 in Haft und kam anschließend auf Bewährung frei.
Werdegang
Caril Ann Fugate wurde am 30. Juli 1943 in Lincoln, Nebraska, geboren und galt als intelligente Schülerin. 1956 lernte die damals 13-Jährige den fünf Jahre älteren Charles Starkweather kennen, der die Schule abbrach und fortan in der Nähe ihrer Schule arbeitete, um sie täglich sehen zu können.
Kriminelle Aktivitäten
Am 21. Januar 1958 erschoss er ihren Stiefvater Marion Bartlett (58) und ihre Mutter Velda Bartlett (36) und erschlug die zweijährige Halbschwester Betty Jean. Die Leichen versteckten sie im Hühnerstall und im Außenklo, an der Tür hinterließen sie einen Zettel mit dem Hinweis, alle im Haus seien an Grippe erkrankt, und blieben bis zum 27. Januar gemeinsam im Haus. In den folgenden Tagen tötete er in ihrer Gegenwart weitere sieben Menschen, darunter den Farmer August Meyer, die Jugendlichen Robert Jensen und Carol King sowie die wohlhabende Familie Ward samt Haushälterin in Lincoln.
Ermittlung und Festnahme
Nachdem ihre Großmutter Verdacht geschöpft und die Polizei alarmiert hatte, flohen beide, bevor die Beamten eintrafen. Bei Douglas, Wyoming, blieb das gestohlene Auto liegen, ein herbeigerufener Hilfsscheriff wurde von Charles Starkweather bedroht, woraufhin sie zu einem eintreffenden Deputy lief und rief, er wolle sie töten.
Prozess
Sie bestritt vor Gericht jede Beteiligung und gab an, aus Angst um ihre totgeglaubte Familie unter Zwang gehandelt zu haben. Der zuständige Richter Harry Spencer verwarf diese Verteidigung mit Verweis auf mehrere ungenutzte Fluchtmöglichkeiten, am 21. November 1958 wurde sie wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.
Haftentlassung
1973 wurde ihre Strafe umgewandelt, 1976 kam sie nach etwa 18 Jahren Haft auf Bewährung frei und ließ sich später in Michigan nieder, wo sie heiratete und ihren Namen zu Caril Ann Clair änderte. Ein Antrag auf Begnadigung wurde ihr zuletzt 2020 verwehrt, sie beteuert bis heute ihre Unschuld.
Nachwirkungen
Der Fall inspirierte unter anderem den Film „Badlands” (1973) von Terrence Malick sowie den Song „Nebraska” von Bruce Springsteen und gilt bis heute als einer der prägendsten amerikanischen Kriminalfälle der 1950er-Jahre. Zum Tathergang selbst siehe die Schlagzeile Die Starkweather-Morde: Amoklauf durch Nebraska und Wyoming.