Brian Donald Hume
- Mörder — London , Großbritannien
- Aktive Jahre
- 1949–1959
- Modus Operandi
- ErstechenErschießenZerstückelung
Brian Donald Hume, geboren im Dezember 1919 im englischen Swanage, erstach 1949 in London den Gebrauchtwagenhändler Stanley Setty und zerstückelte dessen Leiche. Verurteilt wurde er dafür zunächst nur als Beihilfetäter, da die Beweislage für einen Mord nicht ausreichte. Nach seiner Entlassung erschoss er 1959 bei einem Banküberfall in Zürich den Taxifahrer Arthur Maag und verbrachte die letzten rund 15 Jahre seines Lebens in einer psychiatrischen Verwahrungsanstalt in England.
Werdegang
Über seine frühen Jahre ist wenig bekannt, er trat später unter Decknamen wie Donald Brown und John Stephen Bird sowie mit dem Beinamen „Fliegender Schmuggler” auf, ein Hinweis auf seine Kontakte zu einem Flugklub und seine Nebentätigkeiten im Warenschmuggel.
Der Mord an Stanley Setty
Am 4. Oktober 1949 geriet er in seiner Wohnung am Finchley Road in London mit dem 42 Jahre alten Gebrauchtwagenhändler Stanley Setty in einen Streit, der eskalierte. Er erstach ihn mit einem deutschen SS-Dolch, zerstückelte anschließend die Leiche und warf die in Pakete verpackten Teile am folgenden Tag aus einem gemieteten Kleinflugzeug über dem Meer vor Essex ab. Ein Landarbeiter fand den Torso am 21. Oktober 1949 in den Marschen von Essex, Fingerabdrücke bestätigten die Identität des Opfers. Die Polizei kam ihm über die Vermietungsunterlagen eines Flugklubs, die Seriennummern markierter Fünf-Pfund-Noten aus dem Besitz des Opfers und Blutspuren unter den Dielen seiner Wohnung auf die Spur.
Prozess und Freilassung
Er wurde am 27. Oktober 1949 festgenommen. Im ersten Prozess vor dem Old Bailey im Januar 1950 konnte sich die Jury nicht auf ein Urteil einigen, er hatte behauptet, drei Schmuggler hätten ihn gezwungen, die Pakete zu entsorgen. Im zweiten Prozess wenige Tage später wies der Richter die Jury an, ihn vom Mordvorwurf freizusprechen, er bekannte sich lediglich der Beihilfe nach der Tat schuldig und wurde zu zwölf Jahren Haft verurteilt. 1958 kam er nach acht Jahren mit vollem Strafnachlass frei und verkaufte, geschützt durch das Verbot der Doppelbestrafung, sein vollständiges Geständnis für rund 3600 Pfund an die Zeitung Sunday Pictorial.
Der Mord an Arthur Maag
Am 1. August 1958 überfiel er eine Filiale der Midland Bank in London und schoss dabei auf den Kassierer Frank Lewis, der überlebte. Am 30. Januar 1959 überfiel er die Gewerbebank in Zürich und erschoss den Taxifahrer Arthur Maag, der versucht hatte, ihn aufzuhalten. Er wurde noch in Zürich festgenommen, der folgende Prozess dauerte rund acht Monate. Da die Schweiz die Todesstrafe zu diesem Zeitpunkt nicht mehr vollstreckte, wurde er zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt.
Nachwirkungen
1976 stuften Psychiater ihn als geisteskrank ein, er wurde daraufhin ins Broadmoor Hospital in der englischen Grafschaft Berkshire verlegt, wo er bis zu seinem Tod etwa 15 Jahre später blieb. Der Fall bleibt einer der bekanntesten britischen Kriminalfälle der Nachkriegszeit, auch weil ein wegen desselben Mordes zunächst nur als Komplize Verurteilter Jahre später ein zweites Tötungsdelikt beging.