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Bradley Robert Edwards

genannt „Claremont-Mörder"

Die St Quentin Avenue im Ausgehviertel von Claremont bei Perth, Australien, bei Nacht
EurovisionNim, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
2
Opfer
„Claremont-Mörder"
inhaftiert
SerienmörderPerth , Australien
Aktive Jahre
1988–1997
Modus Operandi
VergewaltigungEinbruch

Ein DNA-Gemisch unter den Fingernägeln von Ciara Glennon führte nach fast zwei Jahrzehnten zu Bradley Robert Edwards. Das Gericht verurteilte ihn 2020 wegen der Morde an Jane Rimmer und Ciara Glennon, sprach ihn im Fall der vermissten Sarah Spiers aber frei. Wie ABC zum Abschluss des Verfahrens berichtete, verzichtete die Staatsanwaltschaft auf ein Rechtsmittel gegen diesen Freispruch.

Die Taten

Am 27. Januar 1996 verschwand die 18-jährige Sarah Spiers, nachdem sie gegen zwei Uhr morgens allein den Club Bayview verlassen hatte, ihre sterblichen Überreste wurden nie gefunden. Am 9. Juni 1996 verschwand die 23-jährige Jane Rimmer in der Nähe des Continental Hotel, ihre Leiche wurde am 3. August 1996 in Buschland nahe Wellard entdeckt. Am 15. März 1997 verschwand schließlich die 27-jährige Anwältin Ciara Glennon, ihr Leichnam wurde am 3. April 1997 nahe Eglinton gefunden. Beide gefundenen Opfer wiesen Abwehrverletzungen auf.

Frühere Übergriffe

Bereits am 15. Februar 1988 war er in Huntingdale in eine Wohnung eingebrochen und hatte eine 18-Jährige widerrechtlich festgehalten. Am 12. Februar 1995 überfiel und vergewaltigte er eine 17-Jährige nahe dem Karrakatta-Friedhof in unmittelbarer Nähe von Claremont. Am 7. Mai 1990 griff er zudem eine Sozialarbeiterin im Hollywood Private Hospital tätlich an. Diese drei Übergriffe erkannte er vor Prozessbeginn als schuldig an, während er die Morde selbst bestritt.

Ermittlung

Die eigens eingerichtete Sonderkommission „Macro” beschäftigte über die gesamte Ermittlungsdauer von fast zwei Jahrzehnten mehr als 100 Beamte, testete tausende Taxifahrer auf DNA- und Fingerabdruckübereinstimmungen und setzte eine Belohnung von 250.000 australischen Dollar aus. Ein zunächst verdächtigter Anwohner namens Lance Williams wurde erst 2008 durch neue forensische Auswertungen entlastet. Den entscheidenden Hinweis lieferten schließlich unter Ciara Glennons Fingernägeln gesicherte DNA-Spuren, die mit seinen übereinstimmten, sowie Fasern eines gestohlenen Kimonos von einem Tatort aus dem Jahr 1988, die zu Fasern aus seinem damaligen Firmenfahrzeug passten.

Prozess und Verurteilung

Er wurde am 22. Dezember 2016 festgenommen. Der ohne Geschworene vor Richter Stephen Hall geführte Prozess begann am 25. November 2019 und dauerte sieben Monate mit über 200 Zeugen. Am 24. September 2020 sprach das Gericht ihn des Mordes an Jane Rimmer und Ciara Glennon schuldig, vom Vorwurf des Mordes an Sarah Spiers wurde er hingegen freigesprochen, wenngleich der Richter eine Beteiligung für „wahrscheinlicher als nicht” hielt. Am 23. Dezember 2020 verurteilte ihn das Gericht zu lebenslanger Haft mit einer Mindestverbüßungsdauer von 40 Jahren, nach Einschätzung des Richters werde er vermutlich im Gefängnis sterben.

Nachwirkungen

Der Fall gilt in Australien als einer der folgenreichsten Kriminalfälle der jüngeren Geschichte und veränderte nachhaltig das nächtliche Sicherheitsverhalten in Perths Ausgehvierteln. Das Schicksal von Sarah Spiers bleibt trotz der Verurteilung ihres mutmaßlichen Mörders für zwei andere Taten offiziell ungeklärt, ihre Familie fordert bis heute die Auffindung ihrer sterblichen Überreste. Zum Urteil selbst siehe die Schlagzeile Claremont-Morde: Urteil nach 24 Jahren einer der bekanntesten Cold Cases Australiens.

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