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Bevan Spencer von Einem

Das historische Institute-Gebäude in One Tree Hill in den Adelaide Hills, nahe dem Fundort von Richard Kelvins Leiche
Michelle Riach, via Wikimedia Commons · Public Domain
1
Opfer
verstorben
SerienmörderAdelaide , Australien
Aktive Jahre
1979–1983
Modus Operandi
VergewaltigungKomplizen

Rund 250 Fasern aus der Wohnung von Bevan Spencer von Einem hafteten an der Kleidung des getöteten Richard Kelvin. Diese Spur trug 1984 den einzigen Schuldspruch im Komplex der sogenannten Family Murders. Vier weitere Tötungen blieben unaufgeklärt; ein Bericht zum Tod des Verurteilten 2025 hält deshalb ausdrücklich fest, dass er für sie nie angeklagt wurde.

Werdegang

Bevan Spencer von Einem wurde 1946 geboren und lebte als angesehener Buchhalter in Adelaide, Südaustralien. Erstmals öffentlich in Erscheinung trat er bereits 1972, als er einem Verletzten am Ufer des River Torrens half, ein Ereignis, das später im Rückblick befremdlich wirkte, nachdem er selbst als mutmaßlicher Serientäter bekannt wurde. Ermittler gingen später davon aus, dass er Teil eines losen Netzwerks war, das über Jahre hinweg gezielt junge Männer und Jugendliche zu sexuellen Zwecken ausbeutete.

Die „Family Murders”

Zwischen 1979 und 1982 wurden in und um Adelaide vier junge Männer ermordet aufgefunden: Alan Barnes im Juni 1979, Neil Muir im August 1979, Peter Stogneff im August 1981 und Mark Langley im Februar 1982. Alle vier Opfer wiesen ähnliche, auf sexuelle Gewalt hindeutende Verletzungen auf. Die südaustralische Polizei setzte zeitweise eine Belohnung von einer Million australischer Dollar für sachdienliche Hinweise aus, ohne dass es je zu einer Anklage gegen ihn oder mutmaßliche Komplizen kam.

Der Mord an Richard Kelvin

Am 5. Juni 1983 wurde der 15-jährige Richard Kelvin, Sohn des bekannten Fernseh- und Radiomoderators Rob Kelvin, entführt, fünf Wochen gefangen gehalten, sexuell missbraucht, mit Drogen betäubt und schließlich getötet. Seine Leiche wurde nahe One Tree Hill in den Adelaide Hills gefunden. Die forensische Beweisführung war eindeutig: Rund 250 Fasern aus seiner Wohnung fanden sich an Richards Kleidung, ergänzt durch übereinstimmende Haarspuren. Er bestritt zunächst jeden Kontakt, änderte seine Aussage später zu einem angeblich kurzen Treffen mit dem Jungen. Nach siebeneinhalbstündiger Beratung sprachen die Geschworenen ihn 1984 schuldig, das Gericht verurteilte ihn zu lebenslanger Haft mit einer zunächst 24-jährigen, später auf 36 Jahre verlängerten Mindestverbüßungsdauer.

Warum die anderen vier Morde ungeklärt blieben

Trotz erheblicher Indizien, die ihn auch mit den vier Family-Murders-Opfern in Verbindung brachten, entschied die Staatsanwaltschaft, keine Anklage zu erheben, unter anderem weil die Beweislage für eine Verurteilung als nicht ausreichend eingeschätzt wurde. Er selbst äußerte sich zeitlebens nicht zu den Vorwürfen und lieferte auch nach seinem Schuldspruch keine neuen Hinweise.

Nachwirkungen

Der Fall gilt bis heute als einer der einflussreichsten Kriminalfälle Südaustraliens und veränderte nachhaltig das öffentliche Bewusstsein für organisierte sexuelle Ausbeutung Minderjähriger im Adelaide der 1970er und 1980er Jahre. Mit seinem Tod im Dezember 2025 verloren die Angehörigen der vier weiteren Opfer endgültig die Hoffnung auf eine juristische Aufklärung, die Ermittlungsakte der „Family Murders” bleibt formal weiterhin offen.