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Berthold Wehmeyer

Der Marktplatz von Wusterhausen/Dosse in der Prignitz, nahe dem Tatort
M.Schimpke, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
1
Opfer
hingerichtet
TotschlägerBerlin , Deutschland
Aktive Jahre
1947
Modus Operandi
ErwürgenVergewaltigung

Berthold Wehmeyer wurde am 7. Juni 1925 in Berlin geboren, gelernt hatte er den Beruf des Schlossers und arbeitete zeitweise als Krankenpfleger. Am 22. April 1947 erwürgte er gemeinsam mit einem Bekannten in der Prignitz eine ältere Frau, um an deren Kartoffeln zu gelangen. Am 11. Mai 1949 wurde er dafür in Berlin-Moabit hingerichtet, als letzter Mensch, der in Westberlin die Todesstrafe erhielt.

Die Hamsterfahrt

In den ersten Nachkriegsjahren zogen viele Berliner aufs Land, um bei Bauern Wertgegenstände gegen Lebensmittel einzutauschen, sogenannte Hamsterfahrten. Am 22. April 1947 fuhr er gemeinsam mit dem Bäcker Hans Wagner in die Region um Wusterhausen an der Dosse. Dort trafen die beiden auf die 60-jährige Eva Kusserow aus Berlin-Weißensee, die ebenfalls auf Hamsterfahrt war. Während der Tausch des Bäckers erfolgreich verlief, ging Berthold Wehmeyer leer aus.

Die Tat

Um in den Besitz der etwa 20 Kilogramm Kartoffeln zu gelangen, die die Frau ergattert hatte, würgten die beiden Männer sie gemeinsam und vergewaltigten sie. Die Leiche wurde am 28. April 1947 in einem Feld bei Wusterhausen gefunden.

Ermittlung und Prozess

Da die Forensik der Zeit die Tatbeteiligung nicht eindeutig zuordnen konnte, beschuldigten sich beide Männer zunächst gegenseitig. Den Ausschlag gab schließlich die Aussage der Ehefrau des Bäckers, die ihn als Haupttäter belastete. Ein psychiatrisches Gutachten beschrieb ihn als groben Gewalttäter mit ungewöhnlich ausgeprägtem Geschlechtstrieb, bereits mit 16 Jahren war er wegen Raubes verurteilt worden.

Am 5. Juli 1948 verurteilte ihn das Berliner Geschworenengericht auf Grundlage des noch geltenden Reichsstrafgesetzbuchs von 1871 wegen Mordes zum Tode sowie wegen Vergewaltigung zu weiteren fünf Jahren Haft. Sein Bekannter erhielt als Gehilfe sechs Jahre Haft. Revision und Gnadengesuch blieben erfolglos.

Hinrichtung und historische Bedeutung

In den frühen Morgenstunden des 11. Mai 1949 wurde er in der Hinrichtungsstube des Zellengefängnisses in der Lehrter Straße in Berlin-Moabit mit der Guillotine hingerichtet. Es war die letzte Hinrichtung in Westberlin, nur zwölf Tage bevor das Grundgesetz verkündet wurde, das die Todesstrafe in der Bundesrepublik abschaffte. In Westberlin selbst trat die Abschaffung erst am 20. Januar 1951 in Kraft. Die letzte Berliner Guillotine wurde nach der Hinrichtung eingelagert und ist heute im Gefängnismuseum Ludwigsburg zu besichtigen.

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