Belle Gunness
- Serienmörder — La Porte , USA
- Aktive Jahre
- 1900–1908
- Modus Operandi
- HeiratsschwindelVergiftungStumpfe GewaltZerstückelung
Erst nach dem Brand ihres Farmhauses begann die Suche im Boden. Helfer und der Sheriff von La Porte fanden dort mindestens 13 vergrabene Leichen. Belle Gunness hatte zuvor heiratswillige Männer auf die Farm gelockt; ob die kopflose Frauenleiche in den Brandtrümmern tatsächlich die Farmerin war, blieb ungeklärt.
Werdegang
Sie wanderte 1881 in die USA aus und arbeitete zunächst in Chicago als Hausangestellte und in einer Metzgerei. 1884 heiratete sie Mads Ditlev Anton Sørensen, der 1900 unter verdächtigen Umständen starb, sie kassierte daraufhin Versicherungssummen für seinen Tod sowie für zwei zuvor verstorbene gemeinsame Kinder. Mit dem Geld kaufte sie die Farm in La Porte. 1902 heiratete sie Peter Gunness, der bereits wenige Monate später bei einem angeblichen Unfall mit einem Fleischwolf ums Leben kam, wofür sie erneut eine Versicherungssumme erhielt.
Taten
Ab 1900 schaltete sie in Zeitungen im gesamten Mittleren Westen Heiratsannoncen, in denen sie sich als wohlhabende, einsame Witwe präsentierte und gezielt vermögende, unverheiratete Männer ansprach. Wer auf ihre Farm kam, wurde zunächst gedrängt, sein Vermögen zu ihren Gunsten zu übertragen, bevor sie ihre Opfer im Schlaf betäubte oder vergiftete und anschließend mit einem Beil erschlug. Die Leichen zerstückelte sie und vergrub sie auf dem Farmgelände oder verfütterte Teile an ihre Schweine. Zu den identifizierten Opfern zählen Andrew Helgelien, Jennie Olson, Henry Gurholt und John Moe, daneben zahlreiche weitere, bis heute nicht identifizierte Männer sowie mutmaßlich auch ihre eigenen leiblichen und angenommenen Kinder.
Der Brand und ihr ungeklärtes Schicksal
In der Nacht zum 28. April 1908 brannte ihr Farmhaus vollständig nieder. In den Trümmern fanden Ermittler eine kopflose Frauenleiche, die zunächst als die ihre identifiziert wurde, ein hinzugezogener Zahnarzt erkannte eine Zahnkrone als ihr Eigentum wieder, ein anderer Arzt bezweifelte jedoch, dass die Körpergröße der Leiche mit ihrer übereinstimmte. Ihr Farmangestellter Ray Lamphere wurde wegen Brandstiftung verurteilt und behauptete, sie habe den Brand selbst gelegt, eine fremde Frauenleiche hinterlassen und sei anschließend geflohen. In den folgenden Jahren gab es zahlreiche unbestätigte Sichtungen in verschiedenen US-Städten. Eine 2008 durchgeführte DNA-Untersuchung an den Überresten blieb wegen des Alters der Probe ergebnislos, sodass bis heute nicht zweifelsfrei geklärt ist, ob sie beim Brand starb oder unter falscher Identität weiterlebte. Selbst wenn sie den Brand überlebt haben sollte, wäre sie nach heutigem Stand mit weit über 150 Jahren längst verstorben.
Nachwirkungen
Der Fall zählt zu den bekanntesten amerikanischen Kriminalfällen der Belle-Époque-Ära und wird in der kriminologischen Forschung häufig als eines der frühesten gut dokumentierten Beispiele finanziell motivierten seriellen Frauenmordes angeführt. Bis heute ranken sich um ihr mögliches Überleben zahlreiche Legenden und Bücher.
Ein weiterer historischer Heiratsschwindler, dessen Taten mit Belle Gunness verglichen werden, war Johann Hoch.