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Béla Kiss

Porträtfoto von Béla Kiss
Wikimedia Commons · Public Domain
23
Opfer
verstorben
SerienmörderCinkota , Ungarn
Aktive Jahre
1900–1914

Im Mai 1916 wurden auf einem Grundstück in Cinkota versiegelte Metalltonnen geöffnet. Darin lagen konservierte Leichen. Das Ungarische Nationalarchiv rekonstruiert den Fund aus zeitgenössischen Akten und Presseberichten. Béla Kiss war zu diesem Zeitpunkt bereits im Krieg verschwunden und wurde nie vor Gericht gestellt.

Werdegang

Der gelernte Klempner ließ sich um 1900 in Cinkota nieder und betrieb dort neben seinem Handwerk unter dem Decknamen „Hoffmann” auch Heiratsvermittlung und Wahrsagerei, wodurch er gezielt Kontakt zu alleinstehenden, meist vermögenderen Frauen ohne engen familiären Rückhalt herstellte.

Taten

Er warb in Zeitungsannoncen um heiratswillige Frauen, überredete sie, ihm größere Geldsummen zu überweisen, und lockte sie anschließend zu sich, wo er sie erwürgte oder vergiftete. Die Leichen füllte er in Metalltonnen, die er mit Alkohol als Konservierungsmittel auf seinem Grundstück lagerte, offiziell als Benzinvorräte für den erwarteten Kriegsfall deklariert. Unter seinen Opfern befand sich auch seine eigene Ehefrau Marie sowie deren Liebhaber.

Entdeckung

1916, während er bereits zum Kriegsdienst eingezogen war, entdeckte sein Vermieter beim Öffnen der zurückgelassenen Tonnen den durchdringenden Verwesungsgeruch und alarmierte die Behörden. Insgesamt fand die Polizei 24 in den Fässern konservierte Leichen, überwiegend Frauen.

Verschwinden und ungeklärtes Schicksal

Er selbst war zu diesem Zeitpunkt bereits an der Front, floh 1916 jedoch offenbar aus einem serbischen Lazarett, indem er die Identität eines verstorbenen Soldaten annahm, und entzog sich so dauerhaft der Strafverfolgung. Ein Gerichtsverfahren fand deshalb nie statt. 1920 wurde ein Legionär namens „Hoffmann” in der französischen Fremdenlegion gemeldet, der seiner Beschreibung entsprach, 1932 gab es eine weitere, nie bestätigte Sichtung in New York City. Da er nach seinem Geburtsjahr gerechnet heute weit über 140 Jahre alt wäre, gilt er ungeachtet des historisch ungeklärten Zeitpunkts als verstorben.

Nachwirkungen

Der Fall zählt zu den bekanntesten ungeklärten Verbrechen der ungarischen Kriminalgeschichte und wird in der true-crime-Literatur häufig als Beispiel für einen Serienmörder angeführt, dem eine Verurteilung trotz eindeutiger Beweislage durch schiere Flucht dauerhaft entging.

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