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Beate Schmidt

genannt „Bestie von Beelitz"

Kloster Lehnin in Brandenburg, nahe dem Geburts- und Wirkungsort der Taten
Lienhard Schulz, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
6
Opfer
„Bestie von Beelitz"
inhaftiert
SerienmörderBeelitz , Deutschland
Aktive Jahre
1989–1991

Zwei zwölfjährige Mädchen entkamen am 6. April 1991 einem Angriff und konnten den Mann beschreiben, nach dem die Polizei seit Monaten suchte. Zwei Jogger erkannten ihn im August und hielten ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest. Der Tagesspiegel rekonstruiert diese entscheidende Spur und bestätigt sechs Todesopfer sowie die spätere Unterbringung im Maßregelvollzug. Die Täterin lebt heute unter dem Namen Beate Schmidt.

Werdegang

Bis April 1989 diente sie als Hauptwachtmeisterin der Volkspolizei der DDR, wurde dann aber wegen der Teilnahme an einer nicht genehmigten rechtsextremen Feier aus dem Dienst entlassen. In der Folge begann eine Serie von Gewalttaten in ländlichen Gemeinden zwischen Potsdam und Beelitz.

Taten

Sie sprach ihre Opfer meist auf Feld- und Waldwegen an und griff sie überraschend an, wobei mehrere Frauen zuvor sexuell missbraucht wurden. Ein Säugling wurde gegen einen Baumstumpf geschlagen.

    1. Oktober 1989: Tötung einer 51-jährigen Frau in Deetz
    1. Mai 1990: Tötung einer 45-jährigen Frau in Ferch
    1. Juni 1990: Angriff auf eine Frau in Wust, die überlebte
    1. März 1991: Tötung einer 34-jährigen Frau in Neuendorf
    1. März 1991: Tötung einer 44-jährigen Frau und ihres Säuglings in Beelitz
    1. April 1991: Angriff auf zwei zwölfjährige Mädchen in Sputendorf, die überlebten
    1. April 1991: Tötung einer 66-jährigen Frau in Fichtenwalde

Festnahme

Nachdem zwei der überlebenden Mädchen ein Phantombild ermöglicht hatten, führte eine Belohnung von 20.000 D-Mark zu über tausend Hinweisen, ohne dass die Ermittler die entscheidende Spur zunächst erkannten, obwohl ihre künftigen Schwiegereltern schon auf die Ähnlichkeit hingewiesen hatten. Am 1. August 1991 überwältigten zwei Jogger eine Person in Frauenkleidung bei sexuellen Handlungen in der Öffentlichkeit und übergaben sie der Polizei, die die Person als Wolfgang Schmidt identifizierte. In der Vernehmung gestand sie rasch die Morde an den fünf Frauen und dem Säugling.

Prozess

Ende 1992 verurteilte ein Gericht sie zu 15 Jahren Haft mit anschließender Unterbringung in einer Maßregel-Einrichtung in Brandenburg an der Havel.

Geschlechtsangleichung

Während der Haft begann sie eine Hormonbehandlung und beantragte eine Geschlechtsangleichung. 2001 genehmigte ein Gericht die Änderung von Vornamen und Geschlechtseintrag zu Beate Schmidt. 2010 äußerte sie sich in einem Interview, man solle sie „nie wieder freilassen”.

Nachwirkungen

Der Fall zählt zu den prägendsten Kriminalfällen im Brandenburg der Nachwendezeit und wurde durch die ungewöhnliche Kombination aus ehemaligem Polizeidienst, brutaler Tatserie und der später öffentlich bekannten Geschlechtsangleichung wiederholt in Dokumentationen aufgegriffen.

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