B1-Butcher
- Aktive Jahre
- 2005–2007
- Modus Operandi
- Zerstückelung
Zwischen 2005 und 2007 fanden Ermittler in und um Windhoek zerstückelte Leichen und Leichenteile entlang namibischer Fernstraßen. Die Presse nannte den unbekannten Täter „B1-Butcher”. DNA-Spuren verbanden Hans Husselmann mit zwei Opfern, doch die namibische Polizei warnte ausdrücklich vor einer voreiligen Aufklärung und schloss mehrere Täter nicht aus.
Die Taten
2005 wurden die 21-jährige Juanita Mabula und die 22-jährige Melanie Janse getötet und zerstückelt aufgefunden. 2007 folgten die 36-jährige Sanna Helena Garoës sowie zwei bis heute nicht identifizierte Frauen. Die Körperteile waren in Müllsäcken verpackt und wiesen teils Frostspuren auf, was Ermittler zu der Annahme führte, der Täter habe sie zwischenzeitlich in einer Gefriertruhe gelagert. Die Präzision der Zerlegung legte handwerkliche Fähigkeiten nahe, wie sie etwa ein Metzger besitzt, ein Umstand, dem der Täter seinen Namen verdankt.
Ermittlung und Verdächtige
Die namibische Polizei verfolgte zunächst eine Spur zu dem deutschstämmigen Heinz Knierim, der 2007 festgenommen, jedoch 2010 mangels Beweisen wieder freigelassen wurde. Der eigentliche Hauptverdächtige wurde erst später bekannt: der Namibier Hans Husselmann aus Rehoboth, der zuvor bereits eine lebenslange Haftstrafe wegen zweier anderer Morde verbüßt hatte und erst 2004 aus der Haft entlassen worden war. In seiner Wohnung fand sich DNA-Material von Sanna Helena Garoës, zugleich wurde seine eigene DNA auf einem an die Polizei gerichteten Brief zum Mordfall von Juanita Mabula nachgewiesen. Die Beweislage blieb jedoch insgesamt uneindeutig, weshalb Ermittler zeitweise auch die Theorie verfolgten, der „B1-Butcher” könnte kein Einzeltäter, sondern eine Kombination aus einem führenden Täter und mehreren Nachahmern sein.
Der Tod des Hauptverdächtigen
Am 19. Juni 2007 nahm er sich in seiner Wohnung in Windhoek das Leben. Öffentlich bekannt wurden die DNA-Spuren, die ihn mit dem Fall in Verbindung brachten, erst rund ein Jahr später. Da nach seinem Tod keine weiteren zweifelsfrei dem B1-Butcher zugeordneten Taten bekannt wurden, gilt er unter Ermittlern bis heute als wahrscheinlichster Täter, eine gerichtsfeste Bestätigung seiner Täterschaft blieb jedoch aus. Mehr zu seiner Vorgeschichte steht im Profil zu Hans Husselmann.
Warum der Fall ungelöst blieb
Ohne ein Geständnis oder eindeutige forensische Beweise, die ihn zweifelsfrei mit allen fünf Taten in Verbindung brachten, konnte der Fall nie offiziell als aufgeklärt gelten. Die Möglichkeit eines zweiten, bis heute unbekannten Täters oder Nachahmers bleibt bis heute nicht ausgeschlossen.
Nachwirkungen
Der Fall zählt zu den bekanntesten ungeklärten Kriminalfällen der namibischen Geschichte und wird von namibischen Medien bis heute regelmäßig aufgegriffen, zuletzt anlässlich runder Jahrestage der Funde entlang der B1.