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Arthur Robert Boyce

Gartenanlage am Chester Square in Belgravia, London, wo Arthur Robert Boyce 1946 Elizabeth McLindon erschoss
John Allan / Geograph Britain and Ireland / Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0
1
Opfer
hingerichtet
TotschlägerLondon , Großbritannien
Aktive Jahre
1946
Modus Operandi
Erschießen

Das Haus am Chester Square in Belgravia hatte im Sommer 1946 kein Geringerer als der im Exil lebende griechische König George II. gemietet. Für seine Haushälterin Elizabeth McLindon wurde die noble Adresse zur Todesfalle: Ihr Verlobter Arthur Robert Boyce erschoss sie dort, weil sie sich von ihm trennen wollte, und ihre Leiche lag sechs Tage lang unentdeckt im verschlossenen Zimmer.

Werdegang

Über Arthur Robert Boyces Herkunft und frühe Jahre ist wenig bekannt. Er lernte Elizabeth McLindon, eine 41 Jahre alte Haushälterin, kennen und gab sich als ihr Verlobter aus. Nach außen wirkte die Beziehung gefestigt, er schrieb sogar Empfehlungsschreiben für sie. Tatsächlich liebte sie ihn nicht: Einer Freundin, bei der das Paar zeitweise wohnte, gestand sie, sie bleibe nur aus Angst bei ihm, weil er gedroht habe, sie zu erschießen, sollte sie ihn verlassen.

Im Sommer 1946 trat Elizabeth McLindon eine Stelle als Haushälterin in einem Stadthaus am Chester Square in Belgravia an, das der im britischen Exil lebende griechische König George II. für sich gemietet hatte. Am 1. Juni 1946 zog Arthur Robert Boyce bei ihr ein.

Die Tat

Am 8. Juni 1946, nur eine Woche später, erschoss er sie mit einer gestohlenen halbautomatischen Pistole vom Kaliber .32, während sie an einem Tisch saß. Der Schuss traf sie in den Hinterkopf, eine Verletzung, die sich unmöglich selbst zufügen ließ. Ihre Leiche blieb rund sechs Tage lang im verschlossenen Zimmer liegen, bevor sie entdeckt wurde.

Ermittlung und Prozess

Ermittler stießen auf Liebesbriefe, die er mit „Dein liebender und treuer Ehemann Arthur” unterzeichnet hatte, und identifizierten ihn so als Tatverdächtigen. Ballistische Untersuchungen verbanden die gestohlene Pistole eindeutig mit ihm. Im September 1946 stand er vor dem Old Bailey in London und wurde des Mordes für schuldig befunden.

Hinrichtung

Am 1. November 1946 wurde Arthur Robert Boyce im Gefängnis Pentonville durch den Henker Albert Pierrepoint gehängt.

Nachwirkungen

Der Fall erregte zur damaligen Zeit besondere Aufmerksamkeit, weil sich der Tatort in einem Haus befand, das mit dem griechischen Königshaus in Verbindung stand. Zugleich zeigt er ein Muster, das sich in den Akten britischer Beziehungstaten jener Jahre immer wieder findet: eine Frau, die sich aus Angst vor Gewalt nicht traute, ihren gewalttätigen Partner rechtzeitig zu verlassen.