Arthur Hutchinson
- Aktive Jahre
- 1983
- Modus Operandi
- ErstechenVergewaltigungEinbruch
Die Familie hatte gerade noch die Hochzeit ihrer Tochter gefeiert, als ein entflohener Häftling wenige Stunden später durch ein Terrassenfenster in ihr Haus eindrang. Bis zum nächsten Morgen waren drei Familienmitglieder tot und eine junge Frau vergewaltigt. Arthur Hutchinson, den die Presse „The Fox” nannte, löste damit eine der größten Fahndungen Nordenglands aus und sitzt bis heute lebenslang ohne jede Aussicht auf Entlassung.
Werdegang
Arthur Hutchinson wurde am 19. Februar 1941 in Hartlepool, County Durham, geboren. Er hatte bereits mehrere Vorstrafen wegen Diebstahls, Körperverletzung und sexueller Übergriffe und saß fünf Jahre wegen versuchten Mordes an seinem Halbbruder im Gefängnis. Im September 1983 wurde er in Selby wegen Diebstahls, Einbruchs und Vergewaltigung festgenommen, entkam der Polizei jedoch durch ein Toilettenfenster der Wache und blieb dreieinhalb Wochen auf der Flucht.
Die Tat
Am 23. Oktober 1983 brach Hutchinson durch ein Terrassenfenster in das Haus der Familie Laitner im Sheffielder Vorort Dore ein. Wenige Stunden zuvor hatte die Familie dort die Hochzeitsfeier ihrer Tochter Suzanne ausgerichtet. Hutchinson erstach den 59 Jahre alten Basil Laitner, dessen 55 Jahre alte Frau Avril und den gemeinsamen 28 Jahre alten Sohn Richard. Anschließend vergewaltigte er die 18-jährige Tochter Nicola mehrfach unter Messerdrohung. Sie überlebte den Angriff.
Ermittlung und Festnahme
Nicola Laitners genaue Beschreibung des Täters, ein Handabdruck auf einer Champagnerflasche und ein Gebissabdruck, den Hutchinson auf einem Stück Käse hinterlassen hatte, führten die Ermittler rasch auf seine Spur. Am 5. November 1983 nahm die Polizei ihn auf einem Feld nahe Hartlepool fest, nachdem sie einen Anruf abgefangen hatte, den er an seine Mutter richtete.
Prozess und Verurteilung
Der Prozess am Durham Crown Court begann im September 1984. Hutchinson bestritt die Taten und beschuldigte fälschlich einen Journalisten der Sunday Mirror, die Morde begangen zu haben. Angesichts der erdrückenden forensischen Beweise sprach ihn die Jury am 14. September 1984 nach vierstündiger Beratung des dreifachen Mordes und der Vergewaltigung schuldig. Er erhielt eine lebenslange Freiheitsstrafe mit einer ursprünglichen Mindestverbüßungszeit von 18 Jahren. Innenminister Leon Brittan verhängte danach ein „whole life”-Urteil ohne jede Aussicht auf Entlassung.
Nachwirkungen
Hutchinson focht das lebenslange Urteil über Jahrzehnte hinweg vor britischen und europäischen Gerichten an, zuletzt 2017 vor der Großen Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Diese bestätigte, dass Großbritannien unter bestimmten Umständen berechtigt sei, „whole life”-Urteile zu verhängen. Arthur Hutchinson sitzt seither weiter in Haft und wird nach heutigem Stand nie mehr entlassen.