Arthur Heys
- Mörder — Beccles , Großbritannien
- Aktive Jahre
- 1944
- Modus Operandi
- VergewaltigungErwürgen
Nach einem Tanzabend auf einem amerikanischen Fliegerhorst bei Norwich kehrte eine junge Funkerin der Royal Air Force pünktlich zu ihrem Nachtdienst zurück, wechselte die Uniform und ging den letzten, knapp eine Meile langen Weg zu ihrem Posten allein. Sie kam dort nie an. Der Mann, der ihr auf diesem dunklen Fußweg auflauerte, war kein Fremder, sondern ein Kamerad von derselben Basis.
Eine Nacht im Krieg
Arthur Heys wurde 1907 geboren, war verheiratet und lebte in der Harold Street in Colne, Lancashire. Im Herbst 1944 war er als Flugzeugmechaniker der Royal Air Force auf der Station Beccles im englischen Suffolk stationiert, nahe dem Ort Ellough. Dort diente auch Winifred Mary Evans, 27 Jahre alt, eine Funkerin der Women’s Auxiliary Air Force (WAAF) aus Harlesden in London.
Am Abend des 8. November 1944 besuchten beide, wie viele andere Angehörige der Basis, eine Tanzveranstaltung auf einem nahegelegenen amerikanischen Fliegerhorst. Winifred Evans kehrte gegen 23:30 Uhr zurück, um pünktlich zu ihrer Nachtschicht im Signals Office zu erscheinen. Sie zog ihre Diensteuniform an und machte sich allein auf den knapp eine Meile langen Fußweg zu ihrem Posten. Eine Kollegin, die sich kurz zuvor von ihr verabschiedet hatte, sah in einer Hütte am Wegesrand einen erkennbar betrunkenen Arthur Heys, der wenig später denselben Weg einschlug.
Der Fund und die ersten Spuren
Am 9. November 1944 wurde die Leiche der Funkerin in einem Graben nahe der Basis gefunden. Sie war vergewaltigt und erwürgt worden. Die Ermittler konzentrierten sich schnell auf Angehörige der eigenen Station, denn der Täter musste mit den Wegen und Abläufen des Fliegerhorsts vertraut gewesen sein. Bei der Überprüfung fiel der Wachmannschaft ein Soldat mit auffälligen Kratzern an den Händen auf, der bei einer Lohnzahlung zu dieser Zeit auf der Basis erschien.
Weitere Untersuchungen brachten mehr belastendes Material zutage: Haare des Opfers fanden sich an seinem Mantel, Blutflecken an seiner Uniform, und seine Zivilschuhe waren auffällig verschmutzt, obwohl er zur Tatzeit angeblich in der Unterkunft geblieben sein wollte.
Der entscheidende Fehler
Trotz der Indizien blieb die Beweislage zunächst nicht wasserdicht genug für eine zweifelsfreie Verurteilung, bis der Verdächtige selbst den entscheidenden Fehler beging. Aus der Untersuchungshaft heraus versuchte er, einen anonymen Brief nach draußen zu schmuggeln. Der Brief enthielt Details zum Tathergang, die zu diesem Zeitpunkt nur der Polizei und dem Täter selbst bekannt sein konnten, ein Umstand, der ihn endgültig überführte.
Prozess und Hinrichtung
Der Prozess fand im Januar 1945 in Bury St. Edmunds statt. Der zuständige Richter, Sir Malcolm Macnaghten, bezeichnete die Tat als grausamer und abscheulicher als jedes andere Verbrechen, das ihm in seiner Laufbahn begegnet sei. Die Jury befand den Angeklagten für schuldig.
Arthur Heys wurde am 13. März 1945 im Gefängnis von Norwich gehängt, gut vier Monate nach der Tat und nur wenige Wochen vor dem Ende des Krieges in Europa. Der Fall zählt bis heute zu den bekanntesten Kriminalfällen der Kriegsjahre in Suffolk, nicht zuletzt wegen der Ironie, dass ausgerechnet ein aus dem Gefängnis geschmuggelter Brief den Täter überführte, der zuvor fast lückenlos alle Spuren verwischt hatte.