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Arthur Gary Bishop

Skyline von Salt Lake City, Utah, bei Sonnenuntergang
Michael McConville (Risc64), via Wikimedia Commons · CC BY 4.0

Nach seinem Geständnis führte Arthur Gary Bishop die Polizei zu den verborgenen Leichen von fünf Jungen. Die Entscheidung des Supreme Court of Utah dokumentiert die fünf Schuldsprüche, ein zeitgenössischer UPI-Bericht die Hinrichtung am 10. Juni 1988. Die Opfer waren zwischen vier und dreizehn Jahre alt und zwischen 1979 und 1983 verschwunden.

Werdegang

Geboren wurde er am 29. September 1952 im ländlichen Hinckley, Utah. In seiner Jugend galt er als vorbildlich: Er erreichte den höchsten Rang der Pfadfinderbewegung, schloss die Schule mit Auszeichnung ab und absolvierte anschließend eine zweijährige Mission für die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Später arbeitete er als Buchhalter. 1978 wurde er wegen der Veruntreuung mehrerer tausend Dollar bei seinem Arbeitgeber verurteilt und zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Im selben Zeitraum engagierte er sich im Programm „Big Brothers”, aus dem er ausgeschlossen wurde, nachdem er sich an einem der ihm anvertrauten Jungen vergangen hatte. Statt einer Anzeige folgte damals lediglich der Rauswurf aus dem Programm, eine Konsequenz, die sein weiteres Vorgehen nicht bremste.

Kriminelle Aktivitäten

Er nutzte falsche Identitäten, unter anderem den Namen „Roger Downs”, unter dem er sich als allein erziehender Vater oder Fotograf ausgab. Er sprach Jungen an öffentlichen Plätzen wie Spielplätzen, Freibädern oder Parks an, lockte sie mit dem Versprechen von Spielzeug, Geld oder Ausflügen und gewann so das Vertrauen der Kinder und teils auch ihrer Familien. Anschließend missbrauchte er die Jungen sexuell und tötete sie, um einer Entdeckung vorzubeugen. Als Tatwerkzeuge setzte er unter anderem einen Hammer, eine Schusswaffe und Ertränken ein. Die Leichen vergrub er größtenteils in einem abgelegenen Wüstengebiet nahe Cedar Fort südwestlich von Salt Lake City oder versenkte sie in einem Bach.

Namentlich bekannte Opfer (chronologisch):

  1. Alonzo Daniels (4), 14. Oktober 1979
  2. Kim Peterson (11), 8. November 1980
  3. Danny Davis (4), 20. Oktober 1981
  4. Troy Ward (6), 22. Juni 1983
  5. Graeme Cunningham (13), 14. Juli 1983

Ermittlung und Festnahme

Nach dem Verschwinden des dreizehnjährigen Graeme Cunningham im Juli 1983 gerieten Ermittler auf die Spur von „Roger Downs”, jener erfundenen Person, mit der mehrere der vermissten Jungen zuletzt gesehen worden waren. Die Polizei stellte fest, dass sich hinter dieser Identität Arthur Gary Bishop verbarg, und konfrontierte ihn am 24. Juli 1983 mit den Widersprüchen in seinem Alibi. Innerhalb einer Stunde gestand er alle fünf Morde und führte die Behörden zu den Fundorten der Leichen. In seinem Haus entdeckten die Ermittler zudem mehrere hundert Fotografien von Jungen, die seine langjährige Vorgehensweise dokumentierten.

Prozess und Hinrichtung

Der Prozess begann im Februar 1984 in Salt Lake City. Ende März desselben Jahres wurde er in allen fünf Fällen des Mordes ersten Grades für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Eine Berufung gegen das Urteil scheiterte 1985. Er selbst verzichtete in der Folge auf weitere Rechtsmittel und drängte auf eine zügige Vollstreckung. Am 10. Juni 1988 wurde er im Utah State Prison durch die Giftspritze hingerichtet.

Nachwirkungen

Der Fall erschütterte die Mormonengemeinde von Salt Lake City nachhaltig, weil der Täter selbst aus ihren Reihen stammte und sich das Vertrauen von Familien gezielt zunutze gemacht hatte. In der Kriminologie gilt er als Beispiel dafür, wie ein unauffälliges, gesellschaftlich integriertes Auftreten wiederholte Kindstötungen über mehrere Jahre hinweg verschleiern kann. Sein Fall wurde später in kriminalpsychologischen Fallstudien zu Kindermördern mit Vertrauensmissbrauch als Tatmuster herangezogen.

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