Arthur Albert Jones
- Mörder — Heston , Großbritannien
- Aktive Jahre
- 1960
- Modus Operandi
- VergewaltigungErwürgen
Am 28. Oktober 1960 verlässt ein zwölfjähriges Mädchen aus Heston bei London ihr wöchentliches Pfadfindertreffen und kommt nie zu Hause an. Sechs Wochen lang durchkämmt die Polizei Middlesex und Surrey und befragt Tausende Besitzer eines bestimmten schwarzen Wagentyps, ohne Erfolg. Den entscheidenden Hinweis liefert schließlich keine Ermittlungsakte, sondern eine beiläufige Bemerkung unter Arbeitskolleginnen in einem Londoner Friseursalon: Ein Onkel habe seine Nichte gebeten, ihm für den fraglichen Tag ein Alibi zu geben. Der Onkel hieß Arthur Albert Jones.
Werdegang
Arthur Albert Jones wurde 1916 geboren und lebte 1960 in Heston in der Grafschaft Middlesex, westlich von London. Er besaß einen schwarzen Vauxhall, mit dem er gezielt nach jungen Mädchen Ausschau hielt. Bereits im September 1960 hatte er in diesem Wagen eine Pfadfinderin vergewaltigt, ohne dass die Tat zu diesem Zeitpunkt aufgeklärt wurde.
Die Tat
Am Abend des 28. Oktober 1960 kehrte die zwölfjährige Brenda Nash nicht von ihrem wöchentlichen Treffen der 5. Heston-Pfadfindergruppe nach Hause zurück. Ihre Familie meldete sie noch am selben Abend vermisst. Erst am 11. Dezember 1960, mehr als sechs Wochen später, entdeckten Ermittler ihre Leiche rund 20 Meilen vom Ort ihres Verschwindens entfernt auf Yateley Common in der Grafschaft Hampshire. Die Autopsie ergab, dass sie durch manuelles Erwürgen ums Leben gekommen war.
Ermittlung und Festnahme
Weil Zeugen einen schwarzen Vauxhall mit dem Tatgeschehen in Verbindung brachten, befragte die Polizei rund 5.000 Besitzer entsprechender Fahrzeuge in Middlesex und Surrey, zunächst ohne Ergebnis. Den Durchbruch brachte eine junge Friseurin, die sich meldete, nachdem eine Arbeitskollegin ihr erzählt hatte, ihr Onkel habe sie um ein Alibi für den 28. Oktober gebeten. Dieser Onkel war Arthur Albert Jones. Die Polizei verhaftete ihn am 28. Dezember 1960, zunächst nur wegen der Vergewaltigung der Pfadfinderin im September. Während der Untersuchungshaft gestand er zusätzlich den Mord an Brenda Nash.
Prozess
Erneut vor Gericht gestellt, brauchte die Jury nur sieben Minuten, um ihn des Mordes für schuldig zu befinden. Am 19. Juni 1961 verurteilte ihn das Old Bailey zu lebenslanger Freiheitsstrafe, die parallel zu einer bereits verhängten vierzehnjährigen Haftstrafe für die Entführung und den sexuellen Übergriff auf das andere Mädchen verbüßt werden sollte.
Nachwirkungen
Über sein weiteres Leben in Haft ist wenig dokumentiert, eine Entlassung ist nicht bekannt. Da er 1916 geboren wurde, wäre er heute weit über 100 Jahre alt, er gilt daher als verstorben. Der Fall gehörte in den 1960er Jahren zu den aufsehenerregendsten Kindermorden Englands und trug mit dazu bei, wie britische Polizeibehörden seither systematisch Fahrzeughalterdaten für Großfahndungen auswerten.