Antwan Pittman
- Aktive Jahre
- 2003–2010
- Modus Operandi
- ErwürgenStumpfe GewaltErstechen
DNA aus dem Fall Taraha Nicholson brachte Antwan Maurice Pittman 2011 eine lebenslange Freiheitsstrafe ohne Bewährung ein. Neun weitere Todesfälle nahe Rocky Mount werden als Seven-Bridges-Serie zusammengefasst. Eine gerichtliche Feststellung, dass er auch dafür verantwortlich ist, gibt es jedoch nicht.
Werdegang
Er wurde am 15. Juli 1978 in Rocky Mount geboren und wuchs bei seiner alleinerziehenden Mutter auf. Bereits als Jugendlicher fiel er wiederholt strafrechtlich auf, unter anderem wegen eines versuchten sexuellen Übergriffs auf ein zweijähriges Kind 1994, Bewährungsverstößen, Diebstahls, Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Wegen Verstößen gegen die Meldepflicht als Sexualstraftäter verbrachte er mehrere Haftaufenthalte in Jugend- und Bezirksgefängnissen, bei einem davon wurde 2003 routinemäßig eine Blutprobe genommen.
Die Taten
Zu den der Serie zugerechneten Opfern zählen die 29-jährige Melody Wiggins, tot aufgefunden im Juni 2005 mit Messerstichen und stumpfer Gewalteinwirkung am Kopf, die 43-jährige Christine Mary Boone, deren skelettierte Überreste erst 2010 gefunden wurden, sowie Jackie Nikelia Thorpe, Joyce Renee Durham, Ernestine Battle, Yolanda Rene Lancaster, Elizabeth Jane Smallwood, Jarniece Latonya Hargrove und Roberta Williams. Alle Opfer waren afroamerikanische Frauen mit Verbindungen zu Sexarbeit und Drogenkonsum, mehrere wurden nahe der Seven Bridges Road bei Rocky Mount gefunden, was der zugerechneten Tatserie ihren Namen gab.
Der Mord an Taraha Nicholson
Die 28-jährige Taraha Shenice Nicholson verschwand am 22. Februar 2009, ihre Leiche wurde am 7. März desselben Jahres nahe der Seven Bridges Road gefunden, erwürgt. An ihrem Körper sicherten Ermittler Spermaspuren, deren DNA-Analyse ihn als Täter identifizierte.
Festnahme und Prozess
Er wurde im August 2009 festgenommen, nachdem er nicht zu einem Gerichtstermin wegen Trunkenheit am Steuer erschienen war. Noch in Untersuchungshaft wurde er Anfang September 2009 des Mordes an Nicholson angeklagt. Vor Gericht räumte er ein, Nicholson gekannt und sechs Tage vor ihrem Tod für sexuelle Dienstleistungen bezahlt zu haben, bestritt jedoch die Tat selbst. Im September 2011 wurde er verurteilt und zu lebenslanger Haft ohne Bewährung verurteilt.
Warum die anderen neun Fälle ungeklärt blieben
Trotz auffälliger Parallelen, darunter seine frühere Verurteilung wegen eines Übergriffs auf eine Sexarbeiterin im selben Gebiet 2007 und dem Umstand, dass die Mordserie nach seiner Inhaftierung endete, reichten die vorliegenden Indizien nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft nicht für eine gerichtsfeste Anklage in den übrigen neun Fällen. Fehlende oder nicht mehr auswertbare DNA-Spuren sowie der unterschiedliche Verwesungszustand der spät gefundenen Leichen erschwerten eine zweifelsfreie Zuordnung zusätzlich.
Nachwirkungen
Der Fall bleibt in North Carolina Gegenstand anhaltender öffentlicher Diskussion darüber, warum ein wahrscheinlicher Serientäter nur für eine einzige Tat zur Rechenschaft gezogen werden konnte. Angehörige der übrigen Opfer fordern bis heute eine erneute forensische Prüfung der noch vorhandenen Spuren.