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António Luís Costa

genannt „Der Serienmörder von Santa Comba Dão"

Blick auf die Kleinstadt Santa Comba Dão am Mondego-Stausee in Portugal
Vitor Oliveira / Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0
3
Opfer
„Der Serienmörder von Santa Comba Dão"
SerienmörderSanta Comba Dão , Portugal
Aktive Jahre
2005–2006
Modus Operandi
ErstickenVergewaltigung

Während Santa Comba Dão nach drei vermissten jungen Frauen suchte, lief ihr später verurteilter Mörder mit. António Luís Costa, ein pensionierter Unteroffizier der Gendarmerie GNR, kannte die Opfer und ihre Familien. Eine RTP-Reportage über die Angehörigen dokumentiert, wie eng Täter- und Opferfamilien in der kleinen Gemeinde miteinander verbunden waren.

Werdegang

António Luís Costa wurde 1953 oder 1954 in Santa Comba Dão in der Region Coimbra geboren und diente 25 Jahre lang als Cabo, ein Unteroffiziersrang, bei der Guarda Nacional Republicana, der portugiesischen Gendarmerie. Ende 2004 ging er in den Ruhestand. In seiner Heimatstadt kannte man ihn als engagierten, unauffälligen Bürger, in der Nachbarschaft und in der Kirchengemeinde galt er als hilfsbereit und fromm.

Die Taten

Zwischen Mai 2005 und Mai 2006 tötete er drei Teenagerinnen aus seiner Umgebung. Die 17-jährige Isabel Cristina Isidoro wurde am 24. Mai 2005 als vermisst gemeldet, ihre Leiche fand man am 31. Mai desselben Jahres. Die 18-jährige Mariana Lourenço verschwand am 14. Oktober 2005, ihre Leiche wurde erst im Juni 2006 im Fluss Mondego entdeckt. Als letztes Opfer verschwand die 17-jährige Joana Oliveira am 8. Mai 2006 auf dem Schulweg, sie wurde unter einer Brücke gefunden. Er gab später an, die jungen Frauen erstickt zu haben, nachdem sie sexuelle Annäherungen abgewehrt oder mit einer Anzeige gedroht hätten. Bei allen drei Taten kam es zuvor zu sexuellen Übergriffen.

Ermittlung und Festnahme

Die Ermittler der Polícia Judiciária stießen erst auf seine Spur, als sie Blutspuren des letzten Opfers Joana Oliveira in seinem Auto fanden. Zuvor hatte er sich, wie ein Großteil der Dorfgemeinschaft, sogar aktiv an den Suchaktionen nach den vermissten jungen Frauen beteiligt. Am 24. Juni 2006 nahm ihn die Polizei fest. Zunächst gestand er die Taten, widerrief das Geständnis später jedoch wieder und beschuldigte einen Onkel. Abgehörte Telefonate mit Familienmitgliedern belasteten ihn jedoch schwer und stützten seine ursprünglichen Aussagen.

Prozess

Der Prozess vor einem Gericht in Figueira da Foz begann 2007. Am 31. Juli sprach das Gericht António Luís Costa wegen der Tötung aller drei jungen Frauen schuldig und verhängte die gesetzliche Höchststrafe von 25 Jahren. Der zeitgenössische Bericht des Diário de Notícias über das Urteil trennt die Schuldsprüche von der damals möglichen Prüfung einer vorzeitigen Entlassung nach der Hälfte der Strafe.

Nachwirkungen

Ein Antrag auf vorzeitige Entlassung scheiterte 2020. Ob António Luís Costa im August 2026 noch inhaftiert ist, lässt sich aus frei zugänglichen belastbaren Quellen nicht sicher bestimmen. Der Fall erschütterte Portugal gerade deshalb, weil ein pensionierter Gendarm aus dem eng verbundenen Ort an der Suche nach den jungen Frauen teilgenommen hatte.