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Antonio Izquierdo

Die Burgruine von Benquerencia de la Serena in der Provinz Badajoz, zu der die Ortschaft Puerto Hurraco gehört
Doalex / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
9
Opfer
Suizid
MassenmörderPuerto Hurraco , Spanien
Aktive Jahre
1990
Modus Operandi
ErschießenKomplizen

Über zwei Jahrzehnte schwelte in einem kleinen Dorf in der spanischen Provinz Badajoz ein Streit zwischen zwei verfeindeten Familien, bis er am 26. August 1990 in einem der blutigsten Massaker der jüngeren spanischen Geschichte gipfelte. Antonio Izquierdo eröffnete gemeinsam mit seinem älteren Bruder Emilio das Feuer auf die Bewohner von Puerto Hurraco und tötete neun Menschen.

Werdegang

Antonio Izquierdo wurde 1938 in Puerto Hurraco geboren, einem winzigen, abgelegenen Weiler in der Gemeinde Benquerencia de la Serena. Die Familie lebte seit Generationen dort und galt als sozial isoliert und misstrauisch gegenüber den Nachbarn. Der Ursprung der Feindschaft mit der Familie Cabanillas reicht bis 1967 zurück, als ein Landstreit und eine unerwiderte Liebe seiner Schwester Luciana zu einem Cabanillas-Sohn das Verhältnis vergifteten. 1984 starb die Mutter der Brüder bei einem Hausbrand, für den die Familie ohne Beweise die Cabanillas verantwortlich machte. Von da an lebten die beiden Brüder zunehmend zurückgezogen und bewaffneten sich.

Die Tat

Am Nachmittag des 26. August 1990 versteckten sich Antonio und sein Bruder Emilio mit Schrotflinten in einer Gasse nahe der Hauptstraße von Puerto Hurraco. Sie eröffneten zunächst das Feuer auf zwei Mädchen der Familie Cabanillas, 13 und 14 Jahre alt, und schossen anschließend wahllos auf ältere Dorfbewohner, die sich in der Nähe aufhielten. Sieben Menschen starben noch am Tatort, zwei weitere später im Krankenhaus, mindestens zwölf wurden zum Teil schwer verletzt. Unter den Toten waren Reinaldo Benítez Romero (62), Manuel Cabanillas Carrillo (55), Antonia und Encarnación Cabanillas Rivero (14 und 12), Isabel Carrillo Dávila (70), Andrés Ojeda Gallardo (36), Araceli Murillo Romero (60), Antonia Murillo Fernández (58) und José Penco Rosales (43).

Festnahme

Nach der Tat flohen die Brüder ins umliegende Gebirge. Die Guardia Civil fand sie neun Stunden später schlafend und nahm sie widerstandslos fest. Reue zeigte Antonio Izquierdo dabei nicht, er soll gesagt haben, wäre man ihnen nicht gefolgt, wären sie zur Beerdigung ihrer Opfer zurückgekehrt.

Prozess

Das zuständige Gericht verurteilte beide Brüder am 25. Januar 1994 zu jeweils 684 Jahren Haft sowie zu Schadensersatz in Höhe von umgerechnet mehreren Millionen Peseten. Die Richter sprachen von einem regelrechten „Vernichtungsplan” und attestierten den Angeklagten einen „primitiven Kulturzustand” bei ausgeprägter sozialer Isolation.

Nachwirkungen

Antonio Izquierdo nahm sich am 25. April 2010 im Alter von 73 Jahren in seiner Zelle das Leben, indem er sich mit einem Bettlaken erhängte, ausgerechnet an dem Tag, an dem er wegen der sogenannten Parot-Doktrin zur Neuberechnung seiner Haftzeit eigentlich hätte entlassen werden sollen. Sein Bruder Emilio war bereits dreieinhalb Jahre zuvor im Gefängnis gestorben. Der Fall Puerto Hurraco gilt in Spanien bis heute als Sinnbild dafür, wie ein jahrzehntelanger, nie beigelegter Nachbarschaftsstreit in ländlicher Isolation zu einer der tödlichsten Bluttaten des Landes eskalieren konnte.

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