Antoine François Desrues
- Aktive Jahre
- 1777
- Modus Operandi
- VergiftungBetrug
Antoine François Desrues wurde 1744 in Chartres geboren und war zuletzt als Pariser Kaufmann und Geldverleiher tätig. Im Januar und Februar 1777 vergiftete er eine Frau, von der er ein Landgut kaufen wollte, sowie deren sechzehnjährigen Sohn, um sich mit gefälschten Dokumenten in den Besitz des Anwesens zu bringen. Am 6. Mai 1777 wurde er auf dem Pariser Place de Grève öffentlich gerädert und anschließend verbrannt.
Werdegang
Er kam als junger Mann aus einfachen Verhältnissen nach Paris, um dort sein Glück zu machen, und eröffnete ein Lebensmittelgeschäft, das ihm bald den Ruf eines frommen und ehrbaren Kaufmanns einbrachte. Als er 1773 sein Geschäft aufgab, war seine finanzielle Lage in Wahrheit durch einen aufwendigen Lebensstil längst zerrüttet. Danach betätigte er sich als Geldverleiher und verhandelte in dieser Rolle mit einer Madame de la Motte über den Kauf ihres Landguts Buisson-Souef, ohne über das nötige Kapital für den vereinbarten Kaufpreis zu verfügen.
Die Taten
Um die Zahlung zu umgehen, lud er die Verkäuferin nach Paris ein, angeblich um dort die Formalitäten des Verkaufs abzuschließen. Während sie bei ihm als Gast wohnte, vergiftete er sie im Januar 1777. Kurz darauf holte er auch ihren sechzehnjährigen Sohn zu sich und tötete auch ihn auf dieselbe Weise. Die Leichen versteckte er in Koffern und vergrub sie an unterschiedlichen Orten, um die Spuren zu verwischen. Anschließend fälschte er eine Quittung über die angeblich bereits geleistete Kaufsumme und nahm zusätzlich den aristokratisch klingenden Namen „Desrues de Bury“ an, um sich als rechtmäßigen neuen Besitzer des Guts auszugeben.
Festnahme und Prozess
Das plötzliche Verschwinden von Mutter und Sohn weckte Verdacht bei Angehörigen und Geschäftspartnern. Im März 1777 wurde er festgenommen, im April fand die Polizei die vergrabenen Leichen, womit ihm die Taten zweifelsfrei nachgewiesen werden konnten. Vor dem Chatelet-Gericht bestritt er seine Schuld bis zuletzt, wurde aber zum Tode verurteilt.
Hinrichtung
Am 6. Mai 1777 wurde er auf dem Place de Grève in Paris öffentlich gerädert und anschließend bei lebendigem Leib verbrannt, eine der damals schwersten vorgesehenen Strafen für besonders schwere Verbrechen. Seine Ehefrau, die von den Taten gewusst haben soll, wurde zunächst verschont, später aber 1792 während der Septembermassaker der Französischen Revolution getötet.
Nachwirkungen
Der Fall blieb in Frankreich über Jahrzehnte im kollektiven Gedächtnis und beschäftigte spätere Schriftsteller wie Honoré de Balzac, Victor Hugo und Alexandre Dumas, die ihn in ihren Werken aufgriffen. Noch 1828, mehr als fünfzig Jahre nach der Hinrichtung, wurde in Paris ein Theaterstück über die Taten des Antoine François Desrues aufgeführt.