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Anthony Arkwright

genannt „The Wath upon Dearne Spree Killer"

Stadtzentrum von Wath upon Dearne in South Yorkshire mit dem historischen Marktkreuz, Schauplatz der Taten von Anthony Arkwright 1988
Christopher Thomas / Geograph Britain and Ireland / Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0
3
Opfer
„The Wath upon Dearne Spree Killer"
inhaftiert
AmokläuferWath upon Dearne , Großbritannien
Aktive Jahre
1988

Innerhalb von nur 56 Stunden tötete ein 21 Jahre alter Mann in einer Kleinstadt in South Yorkshire drei Menschen, darunter seinen eigenen Großvater, und hinterließ eine derart verstörende Blutspur, dass Psychiater ihn später als „bösartigen Fantasten” mit Bewunderung für Jack the Ripper und den Yorkshire Ripper Peter Sutcliffe beschrieben. Anthony Arkwright wurde 1989 im Alter von 22 Jahren der jüngste Mensch, den ein britisches Gericht je mit einem sogenannten Whole Life Tariff belegte, einer lebenslangen Haftstrafe ganz ohne Aussicht auf Entlassung.

Werdegang

Anthony Paul Arkwright wurde 1967 in Wath upon Dearne geboren, einer Kleinstadt im Dearne Valley in der Grafschaft South Yorkshire. Seine Mutter verließ die Familie früh, er wuchs gemeinsam mit vier Geschwistern zeitweise in Kinderheimen auf, sein Vater arbeitete als Bergmann. In der Schule blieb er ohne nennenswerten Erfolg, geriet früh in Kontakt mit Kleinkriminalität und verbrachte Zeit in einer Erziehungsanstalt für Jugendliche. Über seine Herkunft kursierten in der Nachbarschaft Gerüchte, die auf eine möglicherweise inzestuöse Abstammung hindeuteten, belegt sind sie jedoch nicht. Zuletzt arbeitete er bei einem Schrotthändler in Mexborough, von wo er am 26. August 1988 wegen unentschuldigten Fehlens entlassen wurde, am selben Tag, an dem seine erste Tat begann.

Die Taten

Noch am Abend des 26. August 1988 griff er seinen 68 Jahre alten Großvater Stasys Puidokas auf dessen Schrebergarten an, stach mehrfach auf ihn ein und schlug anschließend mit einem Vorschlaghammer auf ihn ein, der Mann starb an den Folgen der Verletzungen. In den folgenden Stunden verlor auch die 72 Jahre alte Haushälterin des Großvaters, Elsa Konradaite, ihr Leben, mutmaßlich weil sie ihn beim Diebstahl von Bargeld aus dem Haushalt des Großvaters überraschte. Ihre Leiche wurde erst sechs Tage später entdeckt. Am 27. August drang er in das Haus seines Nachbarn Raymond Ford ein, eines 45 Jahre alten arbeitslosen Lehrers, und stach mehr als 250-mal, nach manchen Berichten bis zu 540-mal, auf ihn ein. Am folgenden Tag tötete er den 25 Jahre alten Marcus Law, einen weiteren Nachbarn, der auf einen Rollstuhl angewiesen war, mit mehr als 70 Messerstichen und stach ihm zusätzlich die Augen aus.

Festnahme und Ermittlung

Die Polizei nahm ihn zunächst wegen eines vermeintlich einfachen Einbruchs fest, ohne von den vorangegangenen Morden zu wissen. Erst im Zuge der Ermittlungen und einer Routineüberprüfung stießen Beamte auf die Leichen. Bei seiner Vernehmung äußerte er sich zunächst nur kryptisch, unter anderem mit Anspielungen mittels Spielkarten, bevor er schließlich gestand. Psychiater, die ihn im Rahmen der Ermittlungen untersuchten, kamen zu dem Schluss, er sei einer der geistig gesündesten Insassen der Einrichtung, in der er zu dieser Zeit einsaß, trotz der offensichtlichen Grausamkeit seiner Taten kein Fall von Unzurechnungsfähigkeit.

Prozess und Urteil

Im Juli 1989 bekannte er sich vor dem Sheffield Crown Court der drei Morde schuldig. Die Anklage wegen des Todes der Haushälterin Elsa Konradaite ließ das Gericht auf sich beruhen, ohne eine gesonderte Verurteilung auszusprechen. Der Richter verurteilte ihn zu lebenslanger Haft mit einer ursprünglichen Mindestverbüßungsdauer von 25 Jahren. 1990 hob der zuständige Innenminister diese Mindestdauer auf einen sogenannten Whole Life Tariff an, eine lebenslange Haft ganz ohne Aussicht auf eine spätere Entlassung. Mit damals 22 Jahren war er der jüngste Mensch, dem ein britisches Gericht je eine solche Strafe auferlegt hatte.

Nachwirkungen

Anthony Arkwright sitzt bis heute ohne Aussicht auf Entlassung in Haft. Während seiner Haftzeit fiel er unter anderem durch einen sogenannten „Dirty Protest” auf, bei dem er im Gefängnis HM Prison Hull seine eigene Zelle mit Kot beschmierte. Der Fall gilt in Großbritannien bis heute als eines der extremsten Beispiele eines sogenannten Spree Killers, eines Täters, der innerhalb kürzester Zeit mehrere Menschen an unterschiedlichen Orten tötet, ohne die für Serienmörder typischen längeren Abkühlphasen zwischen den Taten. Mehr zum Ablauf der drei Tatorte in Wath upon Dearne in der Schlagzeile „Amoklauf in Wath upon Dearne: Drei Tote in 56 Stunden”.