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Ángel Maturino Reséndiz

genannt „Eisenbahnmörder"

FBI-Fahndungsfoto von Ángel Maturino Reséndiz aus dem Jahr 1999
Federal Bureau of Investigation, via Wikimedia Commons · Public Domain (US-Bundeswerk)
15
Opfer
„Eisenbahnmörder"
hingerichtet
Serienmörder , USA
Aktive Jahre
1986–1999

Hintertüren, Tatorte nahe Bahnlinien und Opfer ohne persönliche Verbindung: Genau dieses Muster beschrieb ein FBI-Sachverständiger im Prozess gegen Ángel Maturino Reséndiz. Die Entscheidung des texanischen Berufungsgerichts bestätigt allerdings nur den Mord an Claudia Benton und das Todesurteil. Das FBI ordnete ihm weitere Tötungen in mehreren Bundesstaaten zu. Die häufig genannte Gesamtzahl von 15 ist deshalb eine behördliche Zuordnung, keine Serie von 15 Mordverurteilungen.

Werdegang

Er reiste erstmals 1973 illegal in die USA ein und wurde in den folgenden Jahren mindestens viermal nach Mexiko abgeschoben, kehrte jedoch stets unter wechselnden Namen zurück, unter anderem als „Rafael Resendez-Ramirez”. Er arbeitete gelegentlich als Wanderarbeiter, verbrachte aber einen Großteil seines Lebens als blinder Passagier auf US-amerikanischen Güterzügen und durchquerte auf diese Weise weite Teile der USA, Kanadas und Mexikos.

Taten

Er wählte seine Opfer meist zufällig in der Nähe von Bahnstrecken aus und drang in ihre Wohnhäuser ein, wo er sie mit Steinen, einer Spitzhacke oder anderen stumpfen Gegenständen erschlug. Zu seinen Opfern zählten:

  1. Ein unbekanntes Paar, San Antonio, Texas, 1986
  2. Michael White (22), San Antonio, 1991
  3. Jesse Howell (19) und Wendy Von Huben (16), Florida, 1997
  4. Christopher Maier (21), Kentucky, 28. August 1997
  5. Leafie Mason (87), Texas, 1998
  6. Fannie Whitney Byers (81), Georgia, 1998
  7. Claudia Benton (39), eine Kinderneurologin, Houston, Texas, Dezember 1998, zuvor vergewaltigt
  8. Norman und Karen Sirnic, ein Pfarrerehepaar, sowie Noemi Dominguez (26) und Josephine Konvicka (73), Texas, 1999
  9. George Morber Sr. und seine Tochter Carolyn Frederick, Illinois, 1999

Sein Vorgehen war unberechenbar: Er sprang planlos von fahrenden Zügen ab, beging in der näheren Umgebung eine oder mehrere Taten und stieg anschließend auf einen anderen Zug, was die Ermittlungen jahrelang erschwerte.

Ermittlung und Stellung

Nachdem er am 21. Juni 1999 auf die Liste der zehn meistgesuchten Flüchtigen des FBI gesetzt worden war, wandte sich seine eigene Schwester aus Sorge um mögliche weitere Opfer an die Behörden. Am 13. Juli 1999 stellte er sich dem Texas Ranger Drew Carter freiwillig auf einer Grenzbrücke zwischen El Paso und Ciudad Juárez.

Prozess und Hinrichtung

Am 22. Mai 2000 wurde er vor allem wegen des Mordes an der Ärztin Claudia Benton zum Tode verurteilt. Am 27. Juni 2006 wurde er in der Huntsville Unit in Texas durch eine Giftspritze hingerichtet. In seiner letzten Erklärung bat er die Angehörigen der Opfer um Vergebung.

Nachwirkungen

Ermittler gehen davon aus, dass die tatsächliche Opferzahl höher liegt als gerichtlich festgestellt, manche Schätzungen reichen bis auf 23 Fälle in den USA und Mexiko. Der Fall veränderte die Zusammenarbeit zwischen US-Bundesstaaten bei der Verfolgung mobiler Serientäter, die wie er keine feste Tatregion hatten.

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