Andrzej Nowocień
- Serienmörder — Łódź , Polen
- Aktive Jahre
- 1998–2001
- Modus Operandi
- VergiftungBetrugKomplizen
Sanitäter in Łódź verkauften Hinweise auf Todesfälle an Bestatter. Andrzej Nowocień machte aus diesem Geschäft eine Mordserie: Das Gericht sprach ihn schuldig, vier Patienten mit dem Muskelrelaxans Pavulon getötet und bei einem weiteren Mord geholfen zu haben.
Werdegang
Über sein Leben vor den Taten ist wenig bekannt. Er war als Sanitäter beim Rettungsdienst der Stadt Łódź beschäftigt und hatte damit regelmäßig Zugang zu schwerkranken, oft alten und bewusstlosen Patienten.
Taten
Gemeinsam mit weiteren Mitarbeitern des Rettungsdienstes, darunter der Sanitäter Karol Banaś sowie die Ärzte Janusz Kuliński und Paweł Wasilewski, injizierte er überwiegend älteren Patienten das Muskelrelaxans Pancuronium unter dem Handelsnamen Pavulon. Das Mittel führte durch Lähmung der Atemmuskulatur zum Tod, ohne bei einer oberflächlichen Untersuchung Verdacht zu erregen. Anschließend verkaufte die Gruppe Informationen über die bevorstehenden oder bereits eingetretenen Todesfälle an Bestattungsunternehmen, die dafür Bestechungsgelder zahlten. Eines der bekannten Opfer wird in den Akten nur als „Ludmiła Ś.” geführt.
Ermittlung und Prozess
Journalisten der Gazeta Wyborcza deckten den Skandal am 23. Januar 2002 auf, woraufhin die Staatsanwaltschaft gegen mehrere Dutzend Personen wegen des Handels mit Todesfall-Informationen ermittelte. Am 19. Januar 2007 verurteilte das Bezirksgericht Andrzej Nowocień wegen der Ermordung von vier Patienten und der Beihilfe zu einem weiteren Mord zu lebenslanger Haft. Karol Banaś erhielt 25 Jahre Haft wegen eines als besonders grausam eingestuften Mordes, die beteiligten Ärzte Janusz Kuliński und Paweł Wasilewski wurden wegen fahrlässiger Gefährdung von Patienten zu sechs beziehungsweise fünf Jahren Haft verurteilt.
Nachwirkungen
Das Berufungsgericht Łódź bestätigte das Urteil gegen Andrzej Nowocień im Juni 2008, der Oberste Gerichtshof Polens tat dies endgültig am 27. Oktober 2009. Er verbüßt seither eine lebenslange Freiheitsstrafe. Der Fall erregte international Aufsehen und war 2008 Thema der schwedischen Dokumentation „Necrobusiness”.
Der mitverurteilte Sanitäter Karol Banaś wird in einem eigenen Profil behandelt.