Andrew Cunanan
- Amokläufer — Miami , USA
- Aktive Jahre
- 1997
- Modus Operandi
- Erschießen
Andrew Cunanan erschoss, erschlug und erstach zwischen April und Juli 1997 innerhalb von nur drei Monaten fünf Menschen in vier US-Bundesstaaten. Sein letztes und bekanntestes Opfer war der italienische Modedesigner Gianni Versace, den er vor dessen Villa in Miami Beach erschoss. Nach einer der größten Fahndungen der amerikanischen Kriminalgeschichte nahm er sich acht Tage später auf einem Hausboot das Leben. Ein Motiv für die Taten konnte nie zweifelsfrei geklärt werden.
Werdegang
Er wurde am 31. August 1969 in National City, Kalifornien, geboren, sein Vater war philippinisch-amerikanischer Herkunft, seine Mutter Italoamerikanerin. Mit einem gemessenen Intelligenzquotienten von 147 galt er als hochbegabt und besuchte eine renommierte Privatschule in La Jolla, entwickelte jedoch früh einen Ruf als notorischer Lügner, der Geschichten über angeblichen Familienreichtum und gesellschaftliche Bedeutung erfand. Bereits in der Highschool outete er sich als homosexuell, 1989 zog er in das Castro-Viertel von San Francisco. 1988 setzte sich sein Vater wegen des Verdachts der Veruntreuung auf die Philippinen ab und ließ die Familie zurück. In den folgenden Jahren lebte er überwiegend von finanzieller Zuwendung älterer, wohlhabender Männer, mit denen er Beziehungen einging.
Kriminelle Aktivitäten
Am 27. April 1997 erschlug er seinen früheren Bekannten Jeffrey Trail in Minneapolis mit einem Hammer. Am 3. Mai 1997 erschoss er David Madson, mit dem er zuvor liiert gewesen war, am Rush Lake in Minnesota, noch am selben Tag tötete er in Chicago den Immobilienunternehmer Lee Miglin mit einem Schraubendreher und einer Säge. Am 9. Mai 1997 erschoss er in New Jersey den Friedhofswärter William Reese, um dessen Fahrzeug zu stehlen. Am 15. Juli 1997 erschoss er schließlich vor dessen Villa in Miami Beach den Modedesigner Gianni Versace.
Namentlich bekannte Opfer (chronologisch):
- Jeffrey Trail, erschlagen am 27. April 1997 in Minneapolis, Minnesota
- David Madson (33), erschossen am 3. Mai 1997 am Rush Lake, Minnesota
- Lee Miglin (72), getötet am 3. Mai 1997 in Chicago, Illinois
- William Reese (45), erschossen am 9. Mai 1997 in Pennsville Township, New Jersey
- Gianni Versace (50), erschossen am 15. Juli 1997 in Miami Beach, Florida
Ermittlung und Ende
Am 12. Juni 1997 setzte das FBI ihn auf die Liste der zehn meistgesuchten Flüchtigen der USA. Trotz landesweiter Fahndung hielt er sich rund zwei Monate unentdeckt im Normandy Plaza Hotel in Miami Beach auf. Am 23. Juli 1997 meldete ein Hausbootwärter einen Schuss, die Polizei fand ihn tot auf, er hatte sich mit der zuvor William Reese gestohlenen Pistole selbst erschossen, ohne einen Abschiedsbrief zu hinterlassen.
Motiv
Ein eindeutiges Motiv für die Taten blieb ungeklärt. Zeitgenössische Spekulationen brachten die Morde mit einer angeblichen HIV-Infektion in Verbindung, die Obduktion ergab jedoch ein negatives Testergebnis. Ermittler verwiesen stattdessen auf sein wiederkehrendes Muster, sich Geld und Wertgegenstände von wohlhabenden älteren Männern zu verschaffen, sowie auf mögliche Anzeichen einer dissozialen Persönlichkeitsstörung.
Nachwirkungen
Der Mord an Gianni Versace erregte weltweites mediales Aufsehen und führte zu einer breiten öffentlichen Debatte über die mangelhafte Kommunikation zwischen den beteiligten Bundesstaaten während der Fahndung. Der Fall wurde später unter anderem in der Fernsehserie „American Crime Story: The Assassination of Gianni Versace” (2018) aufgearbeitet. Ein Porträt des Modeschöpfers und der Tat ist in der Schlagzeile Mord an Gianni Versace zu finden.