Andreas Bichel
- Aktive Jahre
- 1806–1808
- Modus Operandi
- ErstechenOkkultismus
In einer Schneiderwerkstatt erkannte Walburga Seidel Stoff aus der Kleidung ihrer verschwundenen Schwester. Andreas Bichel hatte daraus Kleidungsstücke für sich anfertigen lassen. Der Fund führte 1808 zu seinem Haus – und zu den Überresten zweier Frauen.
Der angebliche „Erdspiegel“
Bichel lebte als Weber und Kleinhändler mit seiner Familie in Regendorf. Er behauptete, jungen Frauen mithilfe eines „Erdspiegels“ ihre Zukunft oder einen künftigen Ehemann zeigen zu können. Für das vermeintliche Ritual ließ er ihnen Augen und Hände verbinden.
Im Sommer 1806 tötete er Barbara Reisinger. Etwa eineinhalb Jahre später verschwand Katharina Seidel. Bichel behielt Kleidungsstücke seiner Opfer und ließ Stoffe teilweise umarbeiten.
Ermittlung und Urteil
Die Spur aus der Schneiderwerkstatt führte zu einer Anzeige und zur Durchsuchung seines Besitzes. Ermittler fanden Kleidung sowie menschliche Überreste. Bichel gestand die Tötungen an Barbara Reisinger und Katharina Seidel. Spätere Behauptungen über zahlreiche weitere Opfer sind nicht gerichtlich belegt.
Das Appellationsgericht bestätigte am 4. Februar 1809 das Todesurteil. Am 9. Juni 1809 wurde Bichel durch das Schwert hingerichtet. Der Jurist Paul Johann Anselm von Feuerbach nahm den Fall später in seine Darstellung außergewöhnlicher Verbrechen auf; dadurch blieb er über die Region hinaus bekannt.