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Andrea Volpe

genannt „Isidon"

Denkmal in Somma Lombardo bei Varese, dem Wirkungsort der Sekte um Andrea Volpe
Quokka / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
3
Opfer
„Isidon"
frei
SerienmörderSomma Lombardo , Italien
Aktive Jahre
1998–2004

Sechs Jahre lagen zwischen dem heimlichen Grab zweier Jugendlicher und dem dritten Mord, der die Gruppe schließlich auffliegen ließ. Andrea Volpe gestand seine Beteiligung und belastete frühere Komplizen, darunter Nicola Sapone. Der Corriere della Sera berichtete über die rechtskräftigen Urteile für die drei Tötungen von 1998 und 2004.

Werdegang

Andrea Volpe, geboren 1976 im lombardischen Somma Lombardo bei Varese, wuchs in der dortigen Heavy-Metal- und Black-Metal-Szene auf. Über gemeinsame Konzerte und den Konsum von Drogen fand er Anschluss an eine Gruppe Gleichgesinnter, die sich zunehmend in satanistischen Ritualen, Tierquälerei und Gewaltfantasien verlor. Innerhalb der Gruppe übernahm er eine tragende Rolle bei den Zeremonien.

Taten

Im Januar 1998 lockte die Gruppe den sechzehnjährigen Fabio Tollis und die neunzehnjährige Chiara Marino in einen Wald bei Somma Lombardo. Die junge Frau wurde direkt ins Herz erstochen, der Jugendliche mit einem Hammer erschlagen. Beide Leichen wurden anschließend vergraben.

Sechs Jahre lang blieb der Doppelmord unaufgeklärt. Im Januar 2004 tötete er dann die siebenundzwanzigjährige Mariangela Pezzotta, seine frühere Freundin, in einem Gewächshaus bei Golasecca. Er schoss ihr zweimal ins Gesicht und schlug mit einem Spaten auf sie ein, weil sie zu viel über die Gruppe und die Morde von 1998 wusste. Auf Geheiß des Anführers Nicola Sapone vergrub er ihre Leiche in einem Garten.

Ermittlung und Festnahme

Der Vater des ermordeten Fabio Tollis, Michele Tollis, weigerte sich, den Tod seines Sohnes als bloßes Weglaufen abzutun. Über sechs Jahre sammelte er auf eigene Faust Beweise, besuchte Metal-Konzerte in ganz Europa und befragte Freunde der Szene. Als er 2004 in einem Nachrichtenbericht über den Mord an Mariangela Pezzotta erneut auf bekannte Namen stieß, alarmierte er die Polizei. Die Ermittler nahmen daraufhin Andrea Volpe fest, der gestand und die Behörden zu den vergrabenen Leichen von 1998 führte. Sein Geständnis öffnete den Weg zu den übrigen Mitgliedern der Gruppe.

Prozess und Verurteilung

Am 22. Februar 2005 verurteilte das Schwurgericht in Busto Arsizio ihn zu dreißig Jahren Haft, zehn Jahre mehr, als die Staatsanwaltschaft gefordert hatte, obwohl er kooperiert und Reue gezeigt hatte. Im Berufungsverfahren 2007 wurde die Strafe auf zwanzig Jahre reduziert. Mehrere weitere Mitglieder der Gruppe, darunter Nicola Sapone, wurden in einem zweiten Prozess zu teils lebenslangen Haftstrafen verurteilt.

Nachwirkungen

Am 14. März 2020 wurde er nach sechzehn verbüßten Jahren aus der Haftanstalt in Ferrara entlassen. In Interviews sprach er offen über seine Taten und beschrieb, wie sehr die Opfer für ihn damals zu bloßen Objekten geworden waren. Er fand nach eigenen Angaben zum Glauben und suchte nach der Entlassung Arbeit, während sein früherer Anführer Nicola Sapone bis heute in Haft sitzt. Der Fall „Bestie di Satana“ löste in Italien eine breite gesellschaftliche Debatte über Satanismus und Okkultismus in der Jugendkultur der neunziger Jahre aus.

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