Allan Grimson
- Aktive Jahre
- 1997–1998
- Modus Operandi
- VergewaltigungStumpfe GewaltErstechen
„Ein Serienmörder von seiner Veranlagung her, wenn nicht der Zahl nach”, so beschrieb der Richter den Angeklagten bei der Urteilsverkündung 2001. Allan Grimson, langjähriger Petty Officer der Royal Navy und gefragter Ausbilder für Brandbekämpfung, hatte über Jahre gezielt junge Matrosen aus seinen eigenen Lehrgängen ausgewählt und mit nach Hause genommen. Zwei dieser Nächte endeten tödlich, für weitere mögliche Opfer fehlte am Ende der gerichtsfeste Beweis.
Werdegang
Er wurde 1958 in North Shields in Northumberland geboren und trat 1978 der Royal Navy bei. Über die Jahre stieg er zum Petty Officer auf und diente unter anderem auf dem Flugzeugträger HMS Illustrious, bevor er als Ausbilder für Brandbekämpfungstechnik am Marinestützpunkt in Portsmouth eingesetzt wurde. In dieser Position hatte er regelmäßig Kontakt zu jungen Rekruten, aus deren Reihen er später seine Opfer auswählte.
Die Taten
Im Dezember 1997 nahm er den 18-jährigen Matrosen Nicholas Wright, den er aus einem Brandbekämpfungskurs kannte, nach einem Discobesuch mit in seine Wohnung. Als der junge Mann seine Annäherungsversuche zurückwies, schlug er ihn mit einem Baseballschläger nieder und tötete ihn anschließend mit einem Messer. Die Leiche wurde später neben einer Landstraße in Hampshire gefunden. Fast genau ein Jahr später, im Dezember 1998, traf dasselbe Schicksal den 20-jährigen ehemaligen Marinesoldaten Sion Jenkins, den er betrunken in seine Wohnung brachte. Nach einem sexuellen Übergriff erschlug er auch ihn mit dem Baseballschläger und legte die Leiche an einer Landstraße bei West Tisted ab. Ermittler vermuteten zudem einen Zusammenhang mit dem Verschwinden des Matrosen Simon Parkes, der 1986 auf Gibraltar spurlos verschwand, nachdem er zuletzt mit ihm gesehen worden war. Ein Leichnam wurde in diesem Fall nie gefunden, eine Anklage kam daher nicht zustande.
Ermittlung und Prozess
Befragungen von Kollegen und Rekruten aus der Marine brachten die Ermittler schließlich auf seine Spur, im Zuge der Vernehmungen gestand er die Tötung Sion Jenkins’ freiwillig. 2001 verurteilte ihn das Winchester Crown Court wegen beider Morde zu zwei lebenslangen Freiheitsstrafen. Die Mindestverbüßungsdauer setzte das Gericht zunächst auf 22 Jahre fest, der zuständige Innenminister erhöhte sie später auf 25 Jahre, 2008 wurde sie im Rahmen einer Überprüfung wieder auf 22 Jahre gesenkt.
Eine zweite Verurteilung, Jahrzehnte später
Bereits nach seiner Festnahme 1999 hatte er gegenüber Ermittlern weitere sexuelle Übergriffe eingeräumt, für die er damals nicht angeklagt wurde. Erst 2025 erhob die Staatsanwaltschaft nachträglich Anklage wegen dieser historischen Taten gegen vier Männer und Jugendliche aus den 1990er Jahren. Am 27. Juli 2026 sprach ihn eine Jury am Winchester Crown Court in allen Punkten schuldig, darunter eine Vergewaltigung und elf unzüchtige Angriffe.
Nachwirkungen
Allan Grimson sitzt weiterhin in Haft und wartet auf die Verkündung des Strafmaßes für die 2026 hinzugekommenen Verurteilungen. Der Fall gilt in Großbritannien als Beispiel dafür, wie ein Täter seine berufliche Autoritätsposition gezielt zur Auswahl und Kontrolle seiner Opfer ausnutzen konnte, und wie lange belastende Aussagen ungenutzt in den Ermittlungsakten liegen können, bevor sie zu einer Anklage führen.