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Ali Ben Yanes

Luftbild des Dorfes Gattières bei Nizza, dem Ort der Tat von Ali Ben Yanes
Jpchevreau, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
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Opfer
hingerichtet
TotschlägerGattières , Frankreich
Aktive Jahre
1971

Ali Ben Yanes, ein Landarbeiter tunesischer Herkunft, drang am 28. September 1971 gemeinsam mit seinem Cousin Hocine bei einem Raubüberfall in das Haus einer Gemüsebauernfamilie im südfranzösischen Gattières ein und tötete die siebenjährige Tochter der Familie. 1973 wurde er als einer der letzten Menschen unter der Präsidentschaft Georges Pompidous hingerichtet.

Werdegang

Er wurde um 1938 oder 1939 in Tunesien geboren und arbeitete als Landarbeiter in der südfranzösischen Region Alpes-Maritimes, ebenso sein Cousin Hocine, mit dem er eng zusammenarbeitete und lebte.

Die Tat

Am Abend des 28. September 1971 drangen die beiden Männer in das Haus der Familie Marra in Gattières bei Nizza ein, Kleinbauern kalabresischer Herkunft. Zu diesem Zeitpunkt war nur die schwangere Mutter Cortena mit ihrer siebenjährigen Tochter Danièle zu Hause. Bewaffnet mit einem Messer und einer Axt forderten die beiden Geld. Als die Mutter die geforderte Summe nicht aufbringen konnte, tötete er die kleine Danièle mit einem Schnitt in den Hals. Cortena wurde bei dem Überfall selbst mehrfach verletzt, überlebte jedoch ebenso wie das ungeborene Kind, das sie erwartete.

Ermittlung und Festnahme

Die Fahndung nach den beiden Tätern dauerte nur kurz, sie wurden rasch identifiziert und festgenommen, nachdem die verletzte Mutter Hilfe auf einem Nachbarhof gefunden hatte.

Prozess und Urteil

Der Prozess fand ein Jahr später vor dem Schwurgericht der Alpes-Maritimes in Nizza statt. Am 29. September 1972 verurteilte das Gericht ihn als Haupttäter zum Tode, sein Cousin erhielt als Mittäter eine lebenslange Freiheitsstrafe. Ein Gnadengesuch an Staatspräsident Georges Pompidou blieb erfolglos, am 12. Mai 1973 wurde er im Gefängnis Les Baumettes in Marseille um vier Uhr morgens durch die Guillotine hingerichtet. Sein Cousin verbrachte anschließend mehr als 30 Jahre in Haft.

Nachwirkungen

Der als „l’égorgeur de Gattières” bekannt gewordene Fall zählt zu den letzten Hinrichtungen, bevor Frankreich Mitte der 1970er Jahre in eine intensive öffentliche Debatte über die Abschaffung der Todesstrafe eintrat, die schließlich 1981 zu deren Ende führte. Mehr zu dieser Entwicklung im Wissen-Artikel „Die Todesstrafe in Frankreich und das Ende der Guillotine”.